Vortrag und Diskussion zu A_sexualität und Normativitätskritik

Am 23.05 wird im Rahmen der IDAHoBIT* Jena ein interessanter Vortrag  gehalten, dessen Beschreibung sich auf FB so gut anhört, dass ich ihn durch meine eigenen Worte nur verhunzen kann. Lasst euch also von dieser spannenden Inhaltsangabe verführen und begebt euch an besagtem Tag in das Internationale Centrum „Haus auf der Mauer“, Jena:

Asexy: Asexualität und Normativitätskritik (Vortrag + Diskussion)

Im Zuge der zweiten Frauenbewegung experimentierten einige feministische Theoretikerinnen mit dem Konzept einer a-sexuellen Lebensweise, verstanden als Befreiung von Frauen aus einer männlich konnotierten und patriarchalische Strukturen verfestigenden Sexualität. Diese „politische Asexualität“ geriet jedoch gegenüber dem sex-positiven, queeren Feminismus in den Hintergrund; zeitgleich wurde mit der Einführung der Diagnose der “inhibited sexual desire disorder” im DSM-III 1980 (seit 1994: Hyposexual Sexual Desire Disorder (HSDD)) nicht existierendes sexuelles Begehren pathologisiert. Erst in den 1990er Jahren, und insbesondere seit der Gründung des Asexuality Visibility and Education Network (AVEN) im Jahr 2001 wurde Asexualität, nun in entpolitisierter Form und als sexuelle Orientierung, erneut sichtbar. Während in Reportagen und darunter stehenden Leser_innenkommentaren in „Mainstream-“, aber auch queerfeministischen Medien das „Phänomen Asexualität“ wahlweise gerne als eigentlich witzloses Kuriosum, als latent doch-vielleicht-irgendwie repressiv oder krankhaft oder als gerechter Kampf gegen eine angeblich über-sexualisierte Gesellschaft belächelt, verdammt, gefeiert und meist mehr oder weniger ignoriert wird, kämpfen viele Asexuelle um die Anerkennung von Asexualität als angeborene sexuelle Orientierung, analog zu Homo-, Bi-, Heterosexualität usw. In der Vielschichtigkeit der hier aufeinanderprallenden Diskurse wird eine Vielzahl verschiedener Normvorstellungen rund um Sexualität, zwischenmenschlicher Anziehung und Beziehungen produziert. Aus einer normativitätskritischen Perspektive werden in diesem Vortrag die zugrundeliegenden Diskurse aufgezeigt und kritisch hinterfragt. Neben der Darstellung, was Asexualität nun eigentlich ist – und was nicht – soll es darum auch immer um mögliche Perspektiven für Normativitätskritik und queere Politiken gehen. Insbesondere letzteres soll im Rahmen einer Diskussion erörtert werden.

Vortrag und Diskussion von und mit Julia Maria Zimmermann (Universität Luxemburg, Gender Studies; Aktivist_in)

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