Film: Heute gehe ich allein nach Hause

Jeden Monat zeigt das Filmhaus Saarbrücken zusammen mit dem saarländischen Schwulen- und Lesbenverband einen Film im Rahmen der sogenannten „Gay-Night“. Vergangenen Mittwoch bekam ich so den brasilianischen Film „Heute gehe ich allein nach Hause“ zu sehen, eine sehr spannende und schöne Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern unter ganz besonderen Umständen, denn Leonardo, der Protagonist, ist blind. Es ist vor allem die Blindheit von Leonardo, die die Geschichte so interessant macht. Kurz vor dem Film richtete der Regisseur des Films, Daniel Ribeiro, per Videobotschaft ein paar Worte an die Zuschauer_innen und erklärte, dass er bewusst einen blinden Jugendlichen in den Mittelpunkt der Geschichte rückt, da Liebe für die meisten immer einhergeht mit dem Sehen – und somit mit Äußerlichkeiten.

Und hier eine Zusammenassung der Handlung:

Für den jungen Leonardo (Ghilherme Lobo) ist es äußerst schwierig, seine Unabhängigkeit zu gewinnen. Das liegt zum einen daran, dass er blind ist, aber vielmehr noch an den Menschen in seiner Umgebung. Seine Mutter ist ständig besorgt um ihn, lässt ihn nichts selbstständig machen und nur selten mal alleine sein. Auch seine beste Freundin Giovana (Tess Amorim) versucht stets, seine Kämpfe für ihn auszutragen. Um alldem zu entgehen, plant Leonardo, an einem Austauschprogramm teilzunehmen. Doch dann zieht Gabriel (Fabio Audi) in die Stadt. Noch neu in Leonardos Klasse, freundet er sich schnell mit dem blinden Teenager an, für den das Ganze zu einer bisher unbekannten Erfahrung wird, behandelt ihn Gabriel doch so anders als er dies von seinen restlichen Mitmenschen gewohnt ist. Während Giovana allmählich eifersüchtig wird, fühlt sich Leonardo bald auf eine Art zu Gabriel hingezogen, die über bloße Freundschaft hinausgeht. (Filmstarts)

Anders als seine beste Freundin und seine Eltern behandelt Gabriel ihn wie jede andere Person auch: Ohne großartige Rücksicht. So fragt er Leonardo mehrmals versehentlich, ob dieser mit ihm ins Kino gehen möchte. Einmal geht er auch mit und bekommt von Gabriel während der Filmvorführung erzählt, was im Film so vor sich geht. Leonardos Leben bekommt durch Gabriel frischen Wind und er gewinnt an Selbstvertrauen. Während seine Eltern ihm immer bewusst machen, was er alles nicht kann, belehrt ihn Gabriel eines besseren. Kein Wunder also, dass Leonardo sich letztendlich in ihn verliebt und nicht in die zwar sehr nette und gutmütige, aber auch viel zu fürsorgliche und bemutternde Giovana.

Ein sehr toller Film über Freundschaft, die erste Liebe und das Ringen um Freiheit und Unabhängigkeit. Die in dem Film gezeigte Liebesgeschichte ist eine der schönsten und ergreifendsten, die das Kino mir in letzter Zeit geboten hat. Besonders gut gefiel mir, dass hier nicht das Körperliche im Vordergrund stand bzw. kaum eine Rolle spielte. Ich habe bei einem Film noch nie so sehr gehofft, dass zwei Menschen zusammenfinden 🙂

 

Advertisements

Über tschellufjek

In Bearbeitung ;)
Dieser Beitrag wurde unter Asexualität/Queeres, Film, Kultur veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s