Weihnachtszeit = Lesezeit

Meine Literaturrubrik hinkt leider ein wenig hinterher. Zeit, etwas daran zu ändern!

An Lesestoff hat es mir in letzter Zeit nicht gefehlt. Nur leider ist der Weg vom Lesen zum Schreiben manchmal sehr steinig und so war ich sehr glücklich darüber, als Yannic mir ein wenig die Arbeit abgenommen hat und einen der besten Romane, die ich in diesem Jahr zu lesen bekam, hier auf meinem Blog vorzustellen.  Ich möchte in diesem Post gerne meine Begeisterung für ein paar Bücher mit euch teilen, allerdings nicht in Form von einer Rezension. Die Konzentrationsspanne wird durch das breite Informations- und Unterhaltungsangebot  – insbesondere im hypertextdurchzogenen Internet – kürzer, weshalb ich eine andere Strategie austesten möchte.  Im Folgenden präsentiere ich also kurz und knackig den Inhalt der einzelnen Bücher, um dann in ein oder zwei Zeilen einen kleinen Kommentar dazu abgeben.

Here we go:

„Siddharta. Eine indische Dichtung“ von Hermann Hesse

Eine wunderbare Erzählung über einen jungen Brahmanen (Angehöriger der obersten Kaste im indischen Kastensystem) auf der Suche nach dem Atman, der unzerstörbaren und ewigen Essenz des Geistes.

Wer sich ein wenig für die indische Spiritualität interessiert und selbst permanent seine eigene Existenz reflektiert , wird diese Erzählung vergöttern!

„Meine wundervolle Buchhandlung“ von Petra Hartlieb

Der Erfahrungsbericht einer ehemaligen österreichischen Pressereferentin und Literaturkritikerin, die sich eines Tages aus einem Bauchgefühl heraus mit ihrem Ehemann (vorher Manager im Verlagswesen)  dazu entschloss,  eine Buchhandlung in Wien zu erwerben. In diesem Buch erzählt sie, wie sie mit Leidenschaft, Ausdauervermögen und der Hilfe vieler netter und engagierter Menschen so ziemlich allen Schwierigkeiten des heutigen Buchhandels trotzte.

Sehr empfehlenswert für alle Literaturliebhaber_innen, die schon immer mal wissen wollten, wie das Leben hinter dem Tresen einer Buchhandlung aussieht und wie der Buchhandel insgesamt funktioniert.

„Les femmes savantes“ (Die gelehrten Frauen) von Molière (Theaterstück)

Ein Stück über Pseudointellektualität,  die Liebe in einer Gesellschaft  starrer Konventionen und über gebildete Frauen in einer Welt, in der das Wissen keine Tugend für das weibliche Geschlecht darstellt.

Ich liebe Molières Humor und sozialkritische Ader. Wie in so vielen seiner Theaterstücke lässt er auch hier reiche und gebildete Personen auflaufen, besiegt von den Worten eines in ihren Augen ungebildeten Menschens. Wie mensch die Darstellung der Gelehrtheit der beiden Charaktere Philaminte und Armande interpretieren soll, bleibt mir jedoch ein Rätsel 🙂

„Savannah Bay“ von Marguerite Duras (Theaterstück)

Ein Theaterstück über eine in die Jahre gekommene ehemalige Theaterschauspielerin, deren Gedächtnis immer schlechter wird und die sich, befragt von einer jungen Frau, an den Selbstmord einer jungen Liebenden  zu erinnern versucht.

Wie in vielen anderen Werken dieser berühmten französischen Schriftstellern und Drehbuchautorin („Hiroshima, mon amour“) spielen der Tod und die „absolute“ Liebe (mir fiel keine bessere Bezeichnung ein) auch in diesem Theaterstück eine besondere Rolle.

„L’Analphabète“ (Die Analphabetin) von Ágotha Kristóf

Ein sehr bewegender autobiographischer Aufsatz der in Ungarn geborenen und aufgewachsenen französischen Schriftstellerin Ágotha Kristóf über die Bedeutung von Sprache. Begeisterte und begierige Leserin seit frühester Kindheit, wird Ágotha erneut zur Analphabetin in ihrer neuen Heimat, deren Sprache ihr so fremd ist.

Ein wunderbarer Roman über Identitäten und der Rolle, die die Sprache in unserem Leben spielt. Das Buch umfasst weniger als 100 Seiten und liest sich sehr schnell und gut!

Momentan befinden sich auf meinem  imaginären Lesetisch:

„Oliver Twist“ von Charles Dickens

Die Leidensgeschichte eines jungen englischen Waisenknabens , der seine Herkunft nicht kennt und immer wieder in die Arme böswilliger Menschen gerät, die aus ihm Profit schlagen möchten.

Ich empfehle, diesen berühmten Roman von Charles Dickens in ihrer Originalversion zu lesen. Das Englisch aus dem 19.Jahrhundert hat schon seinen Charme 🙂

„Total Khéops“ von Jean-Claude Izzo

Zweites Buch aus einer Krimi-Trilogie über den Polizisten italienischer Herkunft Fabio Montale, der sich in seiner Heimatstadt, Marseille, darum bemüht, den Fremdenhass zu bekämpfen und Einwanderern in ihrer Misere zur Seite zu stehen.

Izzo nimmt in seinen Romanen immer sehr viel Bezug auf provenzalische Musik und Literatur, aber auch auf kulinarische Spezialitäten, die die Lektüre häufig – trotz all der ernsten und traurigen Themen – zu einer Art Lifestyle-Lektüre werden lassen.

Draußen beginnt es zu frösteln, drinnen sorgen Kerzen, Adventskränze und der Duft nach frischgebackenen Keksen für ein wunderbares Wohlgefühl – die perfekte Kulisse für einen gemütlichen Leseabend/Lesetag! Ich hoffe, dass auch bei euch in diesem Jahr spannende Lektüren unterm Weihnachtsbaum liegen werden!

Einen wunderschönen 3.Advent!

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