Die Hodson/MacInnisdie-Studie – keine Wohnung für A_sexuelle?

Bereits vor zwei Jahren veröffentlichten die kanadischen Psychologen Dr.Gordon Hodson und Dr. Cara C. MacInnisdie Ergebnisse einer Studie, die untersuchte, wie sich Personen unterschiedlicher sexueller Orientierungen gegenseitig wahrnehmen. Das Hauptaugenmerk richteten sie dabei auf die Wahrnehmung a_sexueller Personen als Angehörige der unbekanntesten und „mysteriösesten“ Gruppe.  So fanden die beiden Forscher heraus, dass Heterosexuelle am positivsten beschrieben bzw. wahrgenommen wurden, Homosexuelle und Bisexuelle ein bisschen weniger und A_sexuelle am wenigsten. Letzteren wurden auch am wenigsten menschliche Charakterzüge zugestanden. Das interessanteste Ergebnis war jedoch, dass viele angaben, A_sexuellen keine Wohnung vermieten zu wollen, wenn sie selbst Vermieter_innen wären 🙂 Ein Glück, dass uns die sexuelle Orientierung nicht ins Gesicht geschrieben steht und dass wir nie ein Gespräch über unsere sexuelle Orientierung mit Vermietern haben müssen! Was A_sexuelle zu schlechten Mietern_innen machen soll, ist mir ein Rätsel. Aber es gibt auf dem Wohnungsmarkt eine ganze Reihe an bizarren Zurückweisungen, die häufig mit der Herkunft einer Person verknüpft sind. Entweder es liegt an starren Vorurteilen (z.B. Muslime, die laut beten würden) oder an der Angst vorm Unbekannten.

Einzig und allein die Bisexuellen kamen manchmal noch schlechter weg. So würden die Befragten ihnen noch weniger eine Wohnung vermieten wollen als a_sexuellen Wohnungssuchenden. Interessant ist daher eine der in diesem Bericht aufgestellte These, die besagt, dass es gar nicht die Art der sexuellen Anziehung ist, die manche Leute auf die Palme bringt. Ob mensch jemanden aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert oder nicht, hängt davon ab, wie weit die Realität des Anderen von der eigenen abweicht bzw. von der eigenen Vorstellungskraft. Dass manche sich in eine Person desselben Geschlechts verlieben und sich von dieser sexuell hingezogen fühlen, können manche noch eher verstehen und hinnehmen, als wenn jemand sich von beiden Geschlechtern mehr oder weniger gleichermaßen sexuell und romantisch hingezogen fühlt oder eben gar nicht.

Und hier nun die Ergebnisse der besagten Studie  im Pdf-Format:

Group Processes Intergroup Relations-2012-MacInnis-1368430212442419

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