Südindien: Mit Bus und Bahn von Mumbai nach Kerala …. und wieder zurück

Wir schreiben Samstag, den 04.10.2014. Mein Bioryhtmus hat sich noch nicht an die Zeitumstellung gewöhnt und mich um 6 Uhr morgens aus den Federn geholt – wahrscheinlich noch im Glauben, es sei 9 Uhr. Ich bin jedoch topfit und kann die frühmorgendliche Ruhe eines Samstagmorgens für mich nutzen und nach langer Abwesenheit mal wieder meinen Blog mit Einträgen füttern (zumindest damit beginnen, denn wie es nach einen Monat Abwesenheit so ist, will die ganze Familie einen mal wiedersehen). Für Stoff ist gesorgt, schließlich habe ich den vergangenen Monat in einem recht exotischen Land mit einer uns sehr entfernten Mentalität verbracht. Mit einem Notizbuch bewaffnet machte ich mich – begleitet von meinen charmanten saarländischen Reisekumpel Yannic 😉 – am 01.09.2014 auf den Weg nach Mumbai, der mit 21,9 Millionen Bewohner  5. größten Stadt dieser Erde. Damit der nun folgende (sehr lange) Reisebericht lesbar ist, habe ich mich dazu entschlossen, meinen Reisebericht nach den einzelnen Stationen, die wir abgeklappert haben, zu ordnen.

International Airport Düsseldorf (01. September)

Ungefähr zwei Stunden vor unserem Abflug treffen wir eine Freundin von Yannic, welche ständig in der Welt unterwegs ist und die uns bereits vor dem Treffen einige wertvolle Tipps und Tricks bezüglich Gepäck-Weiterleitung etc. geben konnte. Als sie uns von dem Flugzeugessen vorschwärmte, knurrte mein Magen. Unser Flug ging erst um 21:20, das Abendessen würde mir also erst um 22 Uhr serviert werden. Ich bleibe jedoch stark – noch ahnte ich ja nichts davon, dass das vegetarische Flugzeugessen als Diätessen gewertet wird und daher weniger umfangreich als das karnivore Essen ist.

Dubai International Airport (02.September)

Nach einem sechseinhalbstündigen Flug  kommen wir um 5:50 Ortszeit (2 Stunden Zeitverschiebung) in Dubai an. Bevor wir jedoch im Flughafengebäude ankommen, müssen wir erst einmal eine irre lange Fahrt mit dem Shuttle Bus auf uns nehmen. Die Größe des Flughafens ist überwältigend, passt also hervorragend zu einer Stadt der Extravaganzen. Beim Landen konnten wir einen ziemlich guten Eindruck von dem Prunk dieser Wüstenstadt gewinnen. Dieser Prunk macht natürlich nicht Halt vor dem Flughafengebäude und so erblickten wir in einer der Hallen einen riesigen künstlichen Wasserfall. Ich weiß nicht, ob es aufgrund der heißen Außentemperatur oder ob es künstlich temperiert ist, jedenfalls ist das Wasser in den Toiletten und Waschbecken warm gewesen. Meinen Allerwertesten hat es gefreut 🙂

Mumbai (02.-05. September)

Mit ein wenig Verspätung treffen wir am Abend in der größten Metropole Indiens, Mumbai, ein. Wie von unseren ersten Gastgebern empfohlen, ordern wir ein Prepaid-Taxi – nicht ahnend, dass nun die wahrscheinlich irrwitzigste Fahrt unseres Lebens beginnen wird. Zunächst einmal scharte sich eine Traube indischer Taxifahrer um uns, von denen keiner den Eindruck machte, er wüsste wie er zu unserem Ziel kommen könnte. Da das Englisch der uns umgebenden Personen nicht so knorke war, erwies sich auch die Verständigung mit uns als sehr schwierig. Trotz dieses ganzen Tohuwabohu war ich ganz zen im Inneren   (was erstaunlich ist, da ich sonst der unruhigste Mensch auf Erden bin). Vielleicht war ich einfach noch zu müde vom Flug, um mir hier Sorgen zu machen. Oder war es  der indische Boden, der mir zu einer inneren Balance verhalf…. ? 🙂 Irgendwann meinte jedoch ein Taxifahrer, dass er wüsste, wo es lang geht und wir gesellten uns zu ihm ins Taxi. Ich bemerkte, dass es keine Gurte gab. Naja, ich war auch schon mal in Tunesien und da gab es auch keine. So what! Weiter geht’s. Im Stadtverkehr angekommen, lernte ich dann endlich mal die deutsche Straßenverkehrsordnung zu schätzen: Autos kamen von überall her, Vorfahrtsregeln und Ampeln gab es weit und breit nicht, von allen Seiten wurde dicht aufgefahren und unsere Ohren wurden belästigt von einem immerwährenden Gehupe. Hinzu kam, dass zu dieser Zeit irgendein religiöses Fest war, sodass überall auf den Straßen Leute mit Trommeln etc. musizierten. Viele hatten in ihren Anhängern das Abbild einer Gottheit aufgestellt und geschmückt und sangen während sie mit dem Wagen durch die Straßen fuhren. Nach einem sehr langen und anstrengenden Flug war ich wie benommen und nahm all dies eher gedämpft wahr. Ich bewunderte den Taxifahrer sehr dafür, dass er ohne Navi durch dieses Gewusel zu unserem Stadtviertel fand, welches sich ein wenig außerhalb befand. Im Stadtviertel angekommen, musste er sich jedoch durchfragen, um zu unserer Unterkunft zu gelangen. Die Menschen auf der Straße waren zum Glück sehr hilfsbereit und gaben uns stets Auskunft. Zum Schluss ist uns extra jemand vorgefahren. Dennoch wurden wir zwei Straßen zu weit abgesetzt. Nach deutschen geographischen Maßstäben wäre dies kein Problem, in Mumbai dauert es jedoch teilweise über eine halbe Stunde, um eine Straße abzuklappern. Wir befanden uns also am späten Abend zwei Straßen von unserer Unterkunft entfernt, ohne genau zu wissen, wie wir zu ihr kommen sollten. Zudem waren wir ohnehin schon k.o. Wie wir es letztendlich doch noch schafften,  unsere Unterkunft vor Morgengrauen zu finden, ist mir schleierhaft. Wir kamen so gegen halb zehn bei unserer Gastfamilie an, die uns  sehr freundlich begrüßte. Severine, unsere Gastgeberin, machte uns noch ein sehr leckeres Abendessen (Chapatti mit Reis und verschiedenen Soßen – das Standardessen). Trotz unserer Müdigkeit redeten wir noch sehr lange mit Steven, dem Sohn der Familie, der als Banker in Mumbai arbeitet. Sein Bruder arbeitet schon seit längerer Zeit in Dänemark. Wir unterhielten uns also viel über die kulturellen und politischen Unterschiede zwischen Europa und Indien. Steven musste immer lachen, wenn wir empört schauten, als er uns über die indischen Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen erzählte. Er arbeitet jeden Tag von 8 – 20 Uhr und hat nur zwei Wochen frei im Jahr, wobei er diese häufig nutzt, um seine Krankheitstage abzubauen. Wer nun den Mumbaier Stadtverkehr zur Rush Hour kennt, weiß, dass mensch zu diesen 12 Stunden Arbeitszeit ca. 3 Stunden Fahrtzeit berechnen muss. Diese wäre ja schon schlimm genug in einer sehr komfortablen 1.Klasse im ICE, aber ein Mumbaier Arbeitnehmer muss diese 3 Stunden auch noch stehend in einem völlig überfüllten Bus oder Zug überstehen. Während Steven uns das alles erzählt, grinst er. Inder_innen sehen so etwas halt viel lockerer als ihre deutschen Mitmenschen.

Wir verbrachten insgesamt 3 Tage in Mumbai, wobei wir nur einen einzigen Ausflug in die Innenstadt machten, da wir sonst damit beschäftigt waren, uns von unserem Jetlag zu erholen.

Unser erster Ausflug hatte es direkt in sich, denn unser Ziel war der Dharavi-Slum. Laut unseres „Guides“ beherbergt dieser Slum, welcher als der größte Slum Asiens gehandelt wird, 1 Mio. Einwohner. Um diese Info mal ordentlich auf sich wirken zu lassen: 1 Mio. Menschen leben auf einer Fläche von 2km² (Köln hat eine Fläche von über 400 km²!!!!). Der Slum dient jedoch nicht nur als Wohnraum für seine Bewohner_innen, sondern auch als Arbeitsplatz. Überall befinden sich hier Handwerksbetriebe, Geschäfte etc. Ein Großteil der hier erzeugten Produkte wird nach Europa exportiert. Die Menschen arbeiten in düsteren, verdreckten und engen kleinen Wellblechhütten ohne jegliche (oder nur mit einer spärlichen) Schutzkleidung. Kinder laufen beschmutzt von Kopf bis Fuß durch die engen Gassen, in denen es nach Urin und Kot riecht. Kurz gesagt: Es war eine wichtige Erfahrung, aber keine schöne. Wichtig war sie, weil wir mal ein Gespür dafür bekommen haben, wie verdammt gut es uns doch geht und was wirkliche Armut bedeutet. Die Bilder werden auf jeden Fall in meinem Gedächtnis bleiben.

Ansonsten haben wir noch das Gateway of India besichtigt. Dieses berühmteste Bauwerk Mumbais wurde 1924 zur Erinnerung an den Besuch des englischen König Georg V im Jahre 1911 erbaut. Wie der Name es bereits suggeriert, galt das Gateway of India lange Zeit als Ankunftspunkt für Reisende. Ich belasse die Beschreibung mal hierbei, da ihr weitaus bessere Erklärungen im Netz finden werdet 🙂

Anders als in Europa, kann mensch in Indien sehr unkompliziert und spontan Bustickets kaufen (Zug ist schon ein wenig schwieriger, da dies das Hauptverkehrsmittel vieler Inder_innen ist). Wir wollten am Freitagabend mit dem Bus nach Goa fahren (eine Fahrt von ca. 13 Std) und kauften die Tickets am Freitagmorgen an einem Kiosk, vor dem der Bus dann auch abfahren sollte. Insgesamt haben wir für diese Tickets zusammen 1890 Rupien (ca. 20 Euro) gezahlt.

Ein wenig traurig darüber, unsere nette Gastfamilie verlassen zu müssen – aber zur gleichen Zeit heilfroh darüber, dass wir aus dieser lauten und völlig überfüllten Stadt herauskamen -, betraten wir abends den Semi-Sleeper Bus, welcher uns nach Panjim, Goa bringen sollte.

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Blick von unserem Balkon aus

Ein Slumarbeiter beim Schweißen

Ein Slumarbeiter beim Schweißen

Das Gateway of India

Das Gateway of India

Dona Paula (06.-07. September)

Es war eine Tortur aus Mumbai herauszukommen. Insgesamt 3 Stunden lang hat es gedauert, bis wir endlich die Grenzen dieser Stadt passiert hatten. Wir kamen daher erst 16 Stunden später in Panjim, die auch als Panaji bekannte Hauptstadt Goas, an. Übrigens hatten wir nur zwei Pausen à ungefähr 15 Minuten während der ganzen Busfahrt!!! Ich habe mir also sehr viel Sitzfleisch während meiner Reise antrainiert.

Dona Paula ist ein kleiner touristischer Küstenort südlich von Panjim (ungefähr 6 km), der für seinen Aussichtspunkt (mit Ausblick auf die Stadt Vasco da Gama unter anderem) in der Hauptsaison von vielen Touristen_innen besucht wird. Ich habe gerade bei Wikipedia gelesen, dass hier auch ein bekannter Bollywoodfilm gedreht wurde, der diesen Ort zu weiterer Bekanntheit verholfen hat. Da weder Yannic noch ich Fans von Bollywood sind, wäre uns das eh Schnuppe gewesen. Wir waren an diesem Tag auch nur auf der Durchreise und einfach nur interessiert daran, ein gemütliches Bett zu beziehen. Dies fanden wir auch in einem – für unsere Maßstäbe – ziemlich luxuriösen Hotel. Das Zimmer war riesengroß, mit viel Mobiliar und einem Flatscreen ausgestattet, hatte ein sehr sauberes und modernes Bad und bot uns zudem noch einen Wasserkocher mit Teebeuteln und Kaffeepulver an. Ich habe nicht mehr den genauen Preis im Sinn, aber ich bin mir sicher, dass er unter 10 Euro pro Person lag. In Indien kann selbst Student_in wie der Kaiser in China leben! Da wir außerhalb der Hauptsaison da waren, war es sehr idyllisch. Uns begegneten teilweise nur ein paar Tiere auf den Straßen. Wir erholten ziemlich gut in diesen anderthalb Tagen von der Hektik und der Lautstärke Mumbais.

Das absolute Highlight war mein Versuch, das Moskitonetz über dem Bett mithilfe eines mit Powerstripes aufzuklebenden Hakens anzubringen. Als ich den Haken von der Wand entfernte, entfernte ich auch gleichzeitig den Putz. Das Hotel verlangte jedoch kein Geld und der Hausmeister sagte mir ganz entspannt, dass er da morgen drüberpinseln wird. Ich liebe die indische Mentalität!

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So sieht der indische Straßenbau aus 🙂

Velsao, Goa (07.-10.09.2014)

Nach einem sehr leckeren Frühstücksbuffet in unserem Edelhotel (es gab Paratha, frittierte Bananen und und und….*), machten wir uns auf den Weg nach Margao (auch Madgaon genannt), wo wir einen Bus in den kleinen Küstenort Velsao nahmen. Beide Busfahrten zusammen haben übrigens nicht mal einen Euro pro Person gekostet. Das „Fahrkarten-Kontrolliersystem“ ist sehr interessant in indischen Bussen. Jeder steigt ein ohne Fahrkarte und bekommt diese während der Fahrt von einem Schaffner, der alle paar Minuten rumgeht. Dieser Schaffner ist auch dafür zuständig, dem Busfahrer – meist mit einem Pfeifen – Bescheid zu geben, wenn jemand aussteigen möchte. Dies ist ein überaus effektives System. Die Leute müssen sich nicht vorher mit irgendeiner Maschine herumschlagen und Angst haben, den Bus zu verpassen, weil das Ding die Fahrkarte nicht rechtzeitig herausgibt. Zudem kann mensch überall aussteigen, wo er möchte – vorausgesetzt das Ziel liegt auf der Strecke. Für mich ebenfalls sehr positiv war die Tatsache, dass die meisten Busfahrer (Busfahrerinnen habe ich nie gesehen) Musik anmachen, was der ganzen Fahrt – insbesondere für eine Europäerin – eine besonders unterhaltsame Note verleiht. Da die Infrastruktur sehr schlecht ist, holpert und hüpft mensch sich von A nach B und dies zu einer wunderbar orientalischen Musik. Das hat was.

Zurück zu Velsao. Es gibt nicht viel dort, außer einen riesengroßen Sandstrand und viel Vegetation. Perfekt nach einem 3-tägigen Aufenthalt in der größten Metropole Indiens! Wir kamen auch dieses Mal bei einer indischen Familie im Haus unter, hatten aber einen abgetrennten Wohnbereich (wir waren im zweiten Stock, die Familie im ersten). Ein solch reger Austausch wie mit Steven und seiner Familie kam hier also nicht zustande, aber es war trotzdem ein sehr gelungener Aufenthalt. Vor unserem Balkom stand eine Kokospalme. Wir fragten unsere Gastgeber also, ob wir mal eine Kokosnuss ernten könnten. Dies verstanden sie leider falsch und ernteten sie selbst. Das war jetzt aber auch nicht tragisch, denn das Beste der ganzen Geschichte war, dass wir unsere erste richtig frische Kokosnuss ausschlürften.

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Unsere erste frische Kokosnuss!

Tja, was soll ich euch über Velsao sagen? Es war…..paradiesisch! Um unser Haus herum waren überall Palmen und sonstige Pflanzen, außer dem Gezwitscher von Vögeln hörten wir keinen Mucks und der Strand war sauber und wunderschön (was nicht so selbstverständlich ist, was ein paar Fotos im weiteren Verlauf dieses Posts beweisen werden).

Velsao Beach

Velsao Beach

Na, seht ihr das Haus? Unsere Unterkunft!

Na, seht ihr das Haus? Unsere Unterkunft!

Der Weg zum Strand

Der Weg zum Strand

Nach zwei Tagen der Ruhe folgte dann mal ein Tag der Action und es ging in die zweitgrößte Stadt Goas, Margao. Dort fuhren wir eigentlich nur hin, um Zugkarten für unsere Reise nach Gokarna (Karnataka) zu kaufen, aber da der Zugbahnhof am anderen Ende der Stadt lag, entschieden wir uns dazu, die Stadt ein wenig zu besichtigen und zu Fuß dorthin zu gehen. Dies war ein Fußweg von ca. 40 Minuten. Da es auch hier keine Bürgersteige gab, die Sonne auf unserer Haut brühte und wir permanent von Kindern und Erwachsenen angebettelt wurden, gingen wir erst einmal was essen. Wir suchten ein von draußen eher unscheinbares Lokal auf, so unscheibar, dass anscheinend nicht viele Touristen_inn sich hierhin verirren. Zu Unrecht! Das Essen war sehr sehr günstig, üppig und lecker (kostete weniger als einen Euro und brachte uns ans Ende unserer Esskapazitäten). Ich kann mich leider nicht mehr an die Art von Thali erinnern, die wir bestellt haben. Jedenfalls war es ein Thali, ein indisches Menü sozusagen, bestehend aus einer Portion Reis, zwei Chapati, verschiedenen Soßen, Gemüse, Curd und einer mir unbekannten Süßspeise. Kurz gesagt: es war sehr viel! Wir waren mittlerweile geübt darin, mit den Händen zu essen und schlangen das Essen förmlich in uns hinein. Durch die Straßen zu irren und ständig darauf achten zu müssen, dass mensch nicht von einem Motorrad, Roller oder sonstigen Gefährt überrollt wird – und dies bei Außentemperaturen von 30 °C ohne Wind -, macht schon ziemlich hungrig 🙂

Unser Thali in Margao

Unser Thali in Margao

Nachdem wir uns durch den dichten Verkehr durchgeschlagen hatten, kamen wir irgendwann am Bahnhof an. An dieser Stelle sei gesagt, dass die Bahnhöfe vieler indischer Städte am A**** der Welt liegen. Überhaupt nicht praktisch… Wie dem auch sei, wir erstanden Zugtickets für den 10.September nach Gokarna, wo wir die darauffolgenden 4 Tage in einem Ashram verbringen würden.

Am anderen Ende der Stadt, sprich am Busbahnhof angekommen, verpassten wir fast unseren Bus. Aber wie das in Indien nun mal so ist, fanden wir schnell einen hilfsbereiten jungen Mann, der uns über die Hauptstraße brachte und dort den Bus für uns anhielt. Dieser war zwar völlig überfüllt und wir verbrachten eine sehr unbequeme Busreise, aber immerhin mussten wir nicht am lauten Busbahnhof uns die Beine in den Bauch stehen!

Einen Tag vor unserer Fahrt nach Karnataka brach dann der Schnupfen bei uns aus. Draußen waren es 30°C, kein Wind wehte, und wir hatten die Nase verstopft…

Gokarna (10.-14.09.2014)

Gokarna liegt an einem kleinen Küstenzipfel in der Region Karnataka. Da die Züge sich nicht die Mühe machen, in jeden Winkel hineinzufahren, halten sie meist an den nächstgelegensten Verkehrsknotenpunkten. In dem Fall von Gokarna liegt dieser weit außerhalb. Wir mussten mit der Rickshaw also noch eine ganze Weile fahren bis wir unser Ashram erreichten. Ein Ashram ist ein Meditationszentrum (meist religiösen Charakters), in dem das Zusammenleben strikt geregelt ist. Der Ashram-Alltag besteht normalerweise aus spirituellen Zusammentreffen oder Übungen, sowie Arbeit (oder „worship“ wie es mir immer gesagt wurde). Mensch steht früh auf und klappert dann für gewöhnlich einen bestimmten Tagesplan ab. Ab einer gewissen Uhrzeit darf zudem nicht mehr geredet werden. Aufgrund dieser Punkte war das Ashram, in dem wir unterkamen, nur ein Semi-Ashram, da es zwar solche Regeln und Verpflichtungen gab, diese aber nicht so streng befolgt wurden. Es kam also auch mal vor, dass wir noch nach 21 Uhr redeten. Hinzu kommt, dass es für Außenstehende generell schwierig ist, in ein normales Ashram zu kommen. Yannic und ich haben lange nach einer solchen Möglichkeit gesucht und sind letztendlich per Zufall bei Airbnb auf dieses Ashram gestoßen, welches von Swami Yogaratna geführt wird, zwei Hauptansässige (fragt mich nicht nach ihrem Status – ich habe keine  Ahnung!), mehrere Gäste und Volunteers beherbergt. Zur Zeit unserer Ankunft bestand das Volunteer-Team aus dem Briten Tom, welcher insgesamt 2 Wochen lang seine Hilfe zur Verfügung stellte, und dem Slovenen Clement, der einen Monat dablieb und dann zum nächsten Ashram weiterziehen wollte. Beide sind große Indienfans und haben dieses Land bereits ordentlich bereist. Tom war ein Jahr zuvor Gast in dem Ashram und entschied sich dafür, als Volunteer zurückzukommen. Clement war zuvor ein Jahr lang in anderen Ashrams des Landes unterwegs und gestand mir, dass er eigentlich gar nicht mehr zurück möchte. Leider ist es nur unheimlich schwierig indischer Staatsbürger zu werden. Deborah, eine junge Amerikanerin, die seit zwei Jahren mithilfe eines Touristenvisums in Indien lebt, hat mir den Prozess ein wenig erklärt. Sie spricht Hindi und hat mittlerweile sogar das rollende R im Englischen sowie viele indische Gesten übernommen. Sie wirkt wie eine perfekt integrierte Neuinderin. Um die indische Staatsbürgerschaft zu erhalten, muss sie jedoch nicht nur die Landessprache beherrschen, sondern auch eine bestimmte Zeit lang auf indischem Boden wohnen. Dies ist jedoch ohne Aufenthaltsgenehmigung nicht möglich und sie bekommt nie mehr als 6 Monate eingeräumt. Ein Fass ohne Boden also. Jedenfalls haben wir sehr interessante und globaldenkende Menschen im Ashram kennengelernt. Unsere Swami, so der Titel von religiösen/spirituellen Führern, wurde in Paris geboren, ist in Indien aufgewachsen und hat ihre höhere Schulbildung sowie ihr Studium in Australien genossen. Sie sprach also perfekt Englisch, was die Kommunikation mit ihr reibungslos machte. Nachdem uns Clement durch das Anwesen geführt hat (riesiger Garten mit frischen Teepflanzen und Kokosbäumen, eine englische Schule für Kinder und zwei Häusern), mussten wir einen Fragebogen ausfüllen, der uns nach unseren Intentionen und Zielen ausfragte. Ich weiß nicht mehr, was wir da geschrieben haben, aber Swami schien zufrieden mit unseren Angaben gewesen zu sein 🙂 Jedenfalls schenkte sie uns ihr breites geruhsames Lächeln.

In den darauffolgenden Tagen hatten wir einen ziemlich streng geregelten Tagesablauf. Um 5:45 mussten wir aus den Federn, damit wir um 6 Uhr „chanten“ konnten. Chanting bezeichnet das Singen religiöser Lieder oder Mantren. Wir saßen also im Schneidersitz auf bestimmten Teppichen und sangen unserer „geistigen Führerin“ nach. Als Atheisten durch und durch war dies nicht unsere Lieblingsbeschäftigung – ganz unabhängig von der unchristlichen Uhrzeit. Hinzu kam, dass mir spätestens nach 20 Minuten die Beine von der ungewohnten Sitzpose schmerzten, ich die Nase verstopft und somit das dringende Bedürfnis nach einem Taschentuch hatte und die Liedtexte überhaupt nicht meinem Weltbild entsprachen. Wie schon damals in der Kirche entschied ich mich jedoch dazu, lauthals mitzusingen, da sich dann die Langeweile in Grenzen hält. So gegen 6:30 waren wir dann fertig und wurden zu unseren individuellen Yoga-Übungen entlassen. Um 7:30 trafen wir uns dann mit Nina, einer deutschen Volunteer, zum sogenannten „Upper Stomach Wash“. Dies ist eine „Magenreinigung“, bei der mensch 1-2 Liter warmes Salzwasser so schnell wie möglich trinken muss, bis er_sie kotzen muss. Dies machten wir 3 Tage lang jeden Morgen vor dem Frühstück. Wir standen zu dritt an einer Kokospalme und kotzen uns das Wasser aus dem Leibe. Dies mag vielleicht eklig klingen, aber wir haben unseren Spaß daran gefunden 🙂 Also, zumindest ich! Nach diesem Vorgang habe ich mich wirklich innerlich ein wenig befreit gefühlt, allerdings jetzt nicht so krass, wie Swami uns vorher andeutete. Nach dem USW kam das sogenannte Nose Washing. Hierbei füllt mensch eine kleine Kanne mit warmen Salzwasser und flößt sich dieses in ein Nasenloch ein, sodass es auf der anderen Seite herauskommt. Dafür muss mensch zunächst einmal herausfinden, welches Nasenloch verstopfter ist. Ist es das linke, so muss mensch sich das Wasser zuerst durch das rechte Nasenloch kippen. Dies ist sehr wirksam bei abflauenden Erkältungen! Da „alle“ Giftstoffe aus unserem Körper raus waren am Ende, durften wir natürlich nicht alles frühstücken und auch keinen Kaffee oder Tee trinken. Unser Standardessen war Kitchari, ein Reisgericht (ich wollte hier auf ein Foto verlinken, aber keines der von Google Bilder angebotenen Bilder sieht dem Kitchari, den wir gegessen haben, ähnlich). Nach dem Frühstück hatte jeder dann kleine „Cleaning Duties“. Bei uns Gästen bedeutete dies bloß, dass wir unser Zimmer und die Veranda fegen mussten. Wir hatten also dann ein wenig Zeit zum Schlafen, Lesen oder Schreiben. Von 11 – 13 Uhr fand dann meistens eine Yoga-Sitzung statt. Wir haben ein paar Gymnastikübungen gelernt, die insbesondere für Büroarbeiter_innen wie uns gedacht sind und die Nacken- und Rückenmuskulatur stärken. Zudem erlernten wir zwei Meditationsübungen . Die eine nennt sich „Body stillness“ und ist, meiner Meinung nach, die Grund-Meditationsübung. Hierbei hockt mensch mit den Knien auf dem Boden, führt seine Fingerspitzen zusammen (cosmic consciousness+individual consciousness 😉 ) und versucht sozusagen zur Ruhe zu kommen. Besonders toll fand ich den Vorschlag von Swami, an all die positiven Momente in seinem Leben zu denken. Dies hatte jedes Mal eine solch gute Auswirkung auf meine Stimmung, dass ich dies in meinem Alltagsleben mittlerweile übernommen habe. Die andere Meditationsweise, die wir kennengelernt haben, ist Yoga Nidra. Bei dieser Schlafmeditation geht es darum, die Entspannung, die wir durch den Schlaf erfahren, auch bei Bewusstsein herstellen zu können und in diesem Moment der inneren Ruhe (keine Sorgen und Ängste), dieses Bewusstsein erforschen zu können . Damit Yoga Nidra funktioniert, müssen jedoch gewisse Regeln beachtet werden, die ziemlich viele Leuten (mich eingeschlossen) an einer erfolgreichen Meditation hindern dürfte: Es darf nicht nachgedacht werden! Während ich auf meiner komfortablen Decke lag und der ruhigen Stimme unserer Swami lauschte, dachte ich ständig darüber nach, ob ich auch alles richtig mache. Und genau da hört die Übung auf, wirksam zu sein. Ich werde in den nächsten Wochen und Monaten weiter am Ball bleiben und vielleicht mal einen Post zu meinen Erfahrungen diesbezüglich verfassen. Dann werde ich die Übung auch ein wenig detaillierter beschreiben!

Zurück zum Tagesablauf: Nach dem Mittagessen gab es weitere Duties (Unkraut rupfen, spülen etc.), wir als Gäste hatten jedoch mehr Freizeit und genossen diese bei Ausflügen in die nähere (wunderschöne) Umgebung. An einem Tag fuhren wir mit Santos nach Gokarna (wir waren in einem Vorort) und besichtigten dort die Tempel. Das Highlight dieser Reise war jedoch unsere kleine Wanderung auf einen Berg, der mich ein wenig an die Herr-der-Ringe-Filme (bezüglich der Vegetation) erinnerte. Von oben hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf den Strand und die Bucht! Das war ein echtes Naturschauspiel. Bedauernswerterweise wissen die Bewohner_innen dies nicht ganz so zu schätzen und vermüllen stets den schönen Sandstrand, an dem wir dann nach unserem Besuch auf dem „Gipfel“ eine Runde chanteten 🙂 Wir saßen übrigens so unkomfortabel, dass meine Füße fast abgestorben sind. Die Fahrt zurück im  Auto war auch grandios, da wir uns zu viert hinten mit zwei Kanistern Wasser und weiß Gott wie viel anderes Zeug hinten in den PKW reinzwängen mussten. Noch gequetschter waren wir allerdings, als wir zu sechst hinten mit dem ganzen Meditationszeug (Decken, Kissen, Musikinstrumente etc) in die Stadt fuhren, um dort eine Zeremonie am Strand abzuhalten. Wir chanteten ungefähr 2 Stunden lang, wobei wir ein Lied  108 Mal singen mussten!!!! Zum Glück war die Kulisse wunderschön, sonst hätte ich dies nicht ausgehalten. Das Lied, welches wir 108 Mal auf Hindi sangen, kann ich übrigens immernoch auswendig! Dieses ganze „chanten“ wurde uns irgendwann zu viel und wir setzten uns am 14.09 in den Nachtbus Richtung Mysore. Bei dieser Fahrt habe ich es mal wieder geschafft, etwas kaputt zu machen. Dieses Mal musste die Stange, die über unserem Bett hing daran glauben, als ich mich an ihr beim Abstieg festhielt. Auch hier beschwerte sich keiner der Angestellten und ich ging straffrei aus der Sache raus!

Unser Ashram von außen

Unser Ashram von außen

Grundstück des Ashrams (links im Bild befindet sich unser Gasthaus)

Grundstück des Ashrams (links im Bild befindet sich unser Gasthaus)

Ein Reisfeld im Dorf :)

Ein Reisfeld im Dorf 🙂

Blick vom Berg auf die Bucht von Gokarna.

Blick vom Berg auf die Bucht von Gokarna.

Mittelerde lässt grüßen!

Mittelerde lässt grüßen!

Die Zeremonie am Strand

Die Zeremonie am Strand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kalpetta (15.09.-19.09.2014)

Nach 13 Stunden Busfahrt kamen wir um halb sieben morgens in Mysore an, von wo wir aus mit dem Zug zunächst nach Chamarajanagar fahren mussten, um dort mit dem Bus weiter nach Kalpetta zu fahren. Am Ende unseres Aufenthalts im Bundesstaat Kerala stellten wir jedoch fest, dass es auch eine Direktverbindung mit dem Bus zwischen Mysore und Kalpetta gibt… Dies war rückblickend ein wenig ärgerlich, da die Zug- und die darauffolgende Busfahrt ziemlich anstrengend und nervenaufreibend war. So mussten wir beispielsweise in Chamahajanagah einmal quer durch die Stadt latschen, um vom Zugbahnhof zum Busbahnhof zu gelangen. Dort angekommen, wurden wir eine halbe Stunde lang im Bus angebettelt oder zum Kauf von irgendwelchen Krimskrams aufgefordert. Dann stellte sich heraus, dass wir 3 Stunden mit dem Bus nach Kalpetta fahren müssen. An dieser Stelle muss ich hinzufügen, dass dies ein ganz einfacher lokaler Bus war, dessen Sitze nicht gerade sehr komfortabel waren. Gut eine Stunde vor Ankunft gesellte sich ein junger Inder zu uns auf die Bank. Wir kamen ins Gespräch und redeten ein wenig über unsere Urlaubsplanung, seine Tätigkeit als Choreograph und seine Zukunftsplanung. Der junge Mann gab uns zudem noch ein paar Lektionen zur indischen Musik, welche er uns mittels seines Smartphones präsentierte und schenkte uns gen Ende der Fahrt seine Sim-Karte, nachdem wir ihm erzählt hatten, dass es uns nicht möglich war, eine zu erwerben. ** Er verließ uns eine Haltestelle vor unserem Ziel, welches wir 3 Stunden nach Abfahrt ziemlich erschöpft erreichten. In Kalpetta angekommen, widmeten wir uns der Suche nach unsem Hotel. Keiner der Rickshaw-Fahrer, die wir ansprachen, wussten, wo dieses sich befand. Wir hatten Glück, dass zwei nette Inder auf einem Motorrad bei uns anhielten und unser Hotel anriefen. Danach ging alles schnell und reibungslos und wir checkten in unserer neuen Bleibe ein. Im Zimmer machten wir Bekanntschaft mit einer ganzen Horde von Ameisen, die in den nächsten Tagen unser Zimmer die Fußleiste entlang erkundetete. Eine Eidechse (wir nannten sie Fipsi) leistete uns zudem Gesellschaft im Badezimmer. Das war uns jedoch egal (wir amüsierten uns sogar köstlich darüber), da wir die meiste Zeit ja eh auswärts waren. Wir widmeten unsere Woche in Kalpetta ganz den touristischen Aktivitäten. So fuhren wir in die Edakkal Caves, zwei traumhaft schöne Höhlen von unschätzbar historischem Wert (die Höhlenmalereien entstanden ein paar tausend Jahre vor Christi Geburt). Wir waren bedauernswerterweise zu geizig, um die Gebühr für das Mitnehmen einer Kamera zu bezahlen und haben so leider keine Fotos von dem Aufstieg (die Edakkal Caves befinden sich 1200m über dem Meeresspiegel), der wunderbaren Aussicht, die wir bei diesem Aufstieg genossen, sowie von den Höhlen selbst machen können… Bei dem Aufstieg zum Eingang der Höhlen haben wir allerdings ein paar Aufnahmen von den dort herumtollenden Makaken gemacht!

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An einem anderen Tag sind wir zum Chembra Peak, dem höchstgelegensten Gipfel im Distrik Wayanad (Kerala), gefahren. Hierfür mussten wir mit dem Bus von Kalpetta nach Meppadi und von dort aus mit der Rickshaw Richtung Gipfel fahren. Auf dem Weg zum Gipfel hielt unser Fahrer an einer Hütte an, damit ich ein Ticket für den Aufstieg kaufen kann!! Ja, ihr habt richtig gehört: Es bedarf eines Tickets, um auf den Gipfel zu gehen/fahren. Dabei kostet die Aussicht vom Gipfel ca. 1 Euro, der Besitz einer Kamera ein paar Cent und  eine Wanderung oben am Gipfel entlang kostet für Ausländer_innen über 10 Euro!!! Für Inder nur ca. 5 Euro. Dies ist übrigens eine gängige Praxis in Indien. Ausländer_innen zahlen meist mehr als den doppelten Preis für touristische Aktivitäten. Ich entgegnete dem Ticketverkäufer, dass wir letztendlich doch alle nur Menschen seien und dass ich es nicht einsehe, für eine Wanderung auf einem Berg Geld zu bezahlen. Anders als gewisse Wanderrouten in Österreich oder in der Schweiz wird dort nichts wirklich in Stand gehalten bzw. gepflegt. Wir entschieden uns also für den Abstieg als eine alternative Wanderroute. Nach einem kurzen Picknick oben am Gipfel gingen wir frohen Mutes den Berg hinab, redeten dabei über Gott und die Welt und kamen ungefähr 2 Stunden später unten im Tal an. Im Hotel angekommen gab es dann ein paar Yoga-Übungen und ein leckeres Abendessen im Innenhof des Hotels. Ein körperlich und geistig sehr befriedigender Tag!

Picknick am Gipfel

Picknick am Gipfel

P1070209Ein etwas enttäuschender Ausflug war der zum Wildlife Sanctuary in der Nähe von Kalpetta. Wir nahmen an der dortigen Führung teil, in der Hoffnung, wildlebende Tiger und Elefanten zu sehen. Doch diese zeigten sich uns nicht während der zweistündigen Fahrt mit dem Jeep durch das Terrain. Wir sahen einzig und allein die Fußspur eines Tigers….

Wenn ihr ganz genau hinschaut, findet ihr sie - die Fußspur!

Wenn ihr ganz genau hinschaut, findet ihr sie – die Fußspur!Es gab allerdings auch einen positiven Punkt an diesem Ausflug: Wir lernten am Ticketschalter Tracy kennen, eine junge Australierin, die nun in London arbeitet und für die Hochzeit einer Kollegin extra nach Indien gereist war. Auch sie war extra für Tiger und Elefanten aus ihrer indischen Bleibe angereist und sah – genauso wie wir, die mit ihr einen Jeep teilten – lediglich Tiere, die mensch bei uns auch in Wildparks beobachten kann.

 

Nach dieser wunderschönen Woche im Nordosten Keralas ging es wieder Richtung Norden, und zwar zunächst einmal nach Udupi.

Udupi (20.09-22.09.2014)

Um nach Udupi, einer kleinen Stadt an der Küste des Bundesstaats Karnataka, zu gelangen, mussten wir wieder einmal über Mysore fahren. Da wir morgens auschecken mussten, unser Bus allerdings erst spätabends von Mysore aus losfuhr und wir aufgrund unseres Gepäcks und unserer Abneigung gegenüber des ganzen Großstadtlärms nicht wirklich was unternehmen konnten, gammelten wir fast 7 Stunden am Busbahnhof von Mysore. Als dann unser Bus endlich kommen sollte, stellte sich heraus, dass er gecancelled worden ist und wir mit einem Semi-Sleeper Bus nach Udupi fahren müssen. Da freuten wir uns 7 Stunden auf ein Bett und bekamen nur lausige Bussitze, die sich auch nur spärlich nach hinten stellen ließen. Wenn es hoch kommt, schlief ich diese Nacht vielleicht eine halbe Stunde lang. Wir erreichten Udupi also völlig gerädert – und das mitten in der Nacht. Der Rickshaw-Fahrer setzte uns auf einem großen, leeren Platz ab und fügte ein paar unverständliche Erklärungen bezüglich des weiteren Weges, den wir zu bestreiten hätten, hinzu. Wir liefen ein paar Runden um den Tempel herum und fanden schließlich einen Mann, welcher alleine auf einem großen Platz saß. Es stellte sich heraus, dass er darauf wartete, sein Hotelzimmer beziehen zu können. Er konnte mit dem Namen unseres Hotels nichts anfangen, war jedoch bemüht uns zu helfen. Als dann zwei Männer unseren Weg kreuzten, fragte er sie für uns (im Süden haben wir nicht viele Inder_innen mit guten Englischkenntnissen getroffen). Einer von beiden konnte uns eine schlüssige Wegbeschreibung geben und wir kamen schließlich um kurz vor fünf am Hotel an. Glücklicherweise ließ mensch uns bereits kurz nach 5 rein. Wir checkten ein und erholten uns von unserem Schlafmangel. Anschließend buchten wir die nächste Unterkunft, sowie die Zugtickets für eine weitere Reise nach Goa, und besichtigen ein wenig die Stadt. Das einzig wirklich sehenswerte an Udupi ist ein Platz, auf dem alle Tempel der Stadt vereint sind. Ansonsten war das einzig „Frappierende“, was wir gesehen haben, die Vielzahl an Schmuckläden. Wir hörten irgendwann auf zu zählen.***

Tempel 1

Tempel 1

Tempel 2

Tempel 2

Tempel 3

Tempel 3

 

 

Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug nach Karkala, eine ca. 1 Stunde mit dem Bus von Udupi entfernte Stadt,  eine gigantisch große Statue von einer der wichtigsten Figuren (es ist auf jeden Fall keine Gottheit) des Jainismus, Lord Bahubali, beherbergt. Die Statue ist über 13 Meter hoch, wiegt ca. 80.000 kg und befindet sich auf einem ungefähr 90 Meter hohen Granitfelsen! Von oben aus hatten wir eine wunderbare Aussicht auf die Stadt und vor allem auf einen Tempel, welcher ebenfalls auf einem Granitfelsen liegt. Ich hatte mir leider den Namen des Tempels nicht aufgeschrieben, aber meinen Google-Recherchen zufolge müsset es der Kalikamba Tempel sein. Jedenfalls war es ein sehr alter Tempel mit schönen Ornamenten, dessen Inneres sehr düster war. Ein blinder Mann drängte sich uns dort als Touristenführer auf und versuchte uns die einzelnen Statuen zu erklären. Allerdings tat er dies in einem solch unverständlichen Englisch, dass wir nichts von dem, was er sagte, verstanden.

Der Kalikamba Tempel

Der Kalikamba Tempel

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Der Weg zur Jain-Statue

Der Weg zur Jain-Statue

Die gigantische Statue

Die gigantische Statue

Auf dem Weg zurück überfiel uns ein starkes und unerklärliches Verlangen nach Bier. Leider ist dies in dem Bundesstaat Karnataka nicht erhältlich (wir sahen zumindest weit und breit keinen Alkohol), sodass wir aus lauter Verzweiflung ein holländisches alkoholfreies Bier namens „Bavaria“ kauften. Dreimal dürft ihr raten, wie es geschmeckt hat 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Margao (22.09.-23.09.2014)

In diesem Kapitel gibt es nicht viel zu erzählen. Wir fuhren am 22.09. abends von Udupi aus ab und erreichten Margao so gegen 22:30. Wir checkten also ziemlich spät im Hotel ein und machten uns am nächsten Tag sofort Richtung Panjim aus dem Staub.

Calangute (23.09.-26.09.2014)

Calangute ist eine 16.000 Einwohner zählende Stadt im Norden von Goa, welche berühmt für ihren großen Strand, den längsten der Gegend, ist. Dementsprechend viele Touristen tummeln sich dort, allerdings kamen wir außerhalb der Saison in dieses charmante Städtchen, sodass wir zwar den Tourismuscharakter zu spüren bekamen, dies allerdings in Maßen. Wir kamen in einem netten kleinen Gasthaus am Stadtrand unter. Unsere Vermieter, ein liebenswürdiges älteres Ehepaar, wohnten direkt gegenüber und wir hatten das ein oder andere kleine Pläuschen mit ihnen. Wie die beiden Familien, bei denen wir zuvor untergekommen waren, war auch diese Familie katholisch und beglückte uns mit einem gut (durch 2 Kerzen) beleuchteten Bild von Jesus und Maria. Abgesehen von diesem Kitsch war die Unterkunft fantastisch. Wir hatten sogar eine kleine Veranda, auf der wir abends unsere Erfahrungen niederschrieben, lasen und quatschten. In Calangute selbst besichtigten wir den langen Sandstrand, welcher für indische Verhältnisse extrem sauber war (es gab sogar überall Mülltonnen), sowie die Innenstadt, welche mit unzähligen Souvenirshops aufwartete. Bei unseren ganzen Aufenthaltsorten hatten wir nie Postkarten oder Souvenirshops in der Innenstadt gesehen. Nun wurden wir quasi überschüttet mit einem ganzen Haufen unnützen Krimskrams. Ich nutzte die Gelegenheit, um meiner Familie ein paar Kleinigkeiten mitzubringen, die weder zu groß noch zu schwer für mein ohnehin schon knapp bemessenes Gepäck waren. Wir hatten Pech und waren die einzigen Kunden zu der Zeit, was uns die Aufmerksamkeit sämtlicher Händler_innen um uns herum schenkte, die nun alle zu uns strömten, um uns Gott und die Welt zu verkaufen. Meine ausdrückliche Bitte, mich in Ruhe das Angebot durchstöbern zu lassen, wurde nicht erfüllt und ich sah mich drei Verkäufern_innen + einer Bettlerin ausgesetzt. Links von mir erklärte mir der Händler des Standes, an dem ich mich gerade befand, wie ein von ihm angebotenes Brettspiel funktioniert; rechts von mir erklärte die Besitzerin des nächstgelegenen Standes ihre Waren; hinter mir stand ein Mann mit einer Trommel, der mir vorschwärmte wie toll diese Trommel doch sei – und das auch noch so günstig – und eine Bettlerin bat mich wiederum um Geld ohne Gegenleistung.  Ich kaufte also so schnell wie möglich die Souvenirs , um mich blitzartig aus dem Staub machen zu können. Dies war mit Abstand der anstrengenste Einkauf meines Lebens – und ich finde jeden Einkauf anstrengend.

Da wir fast am Ende unseres Trips angelangt waren, entschieden wir uns dazu, mal etwas richtig touristisches zu machen: Eine Rundtour durch South Goa. Wir cruisten also einen Tag lang mit einem Reisebus voller indischer Touristen (wir waren die einzigen „exotischeren“ Touristen) durch verschiedene Orte des Südens der Region. Dabei besichtigten wir mehrere Tempel, die katholischen Bauwerke Old Goas, den Aussichtspunkt von Dona Paula (den wir nun auch endlich mal besichtigten), Miramar Beach und eine Wachsfigurenausstellung mit anschließender „Horrorshow“. Für mich war jedoch eher die Anti-Abtreibungs-Wachsfiguren und die Anti-Raucher-Wachsfiguren der eigentliche Horror. Ich habe noch nie eine solch vehemente Abschreckungswerbung bezüglich Nikotin gesehen. In den Reisebussen haben wir mehrere Filme gesehen und vor jedem Film kommt eine Werbung, in der geschädigte Organe und andere unappetitliche Sachen, die angeblich durchs Rauchen verursacht wurden, gezeigt werden. Die „Raucher-Wachsfiguren“ hatten beispielsweise Löcher in den Wangen (was und vor allem wie müssen die denn bitteschön geraucht haben??) und sahen ganz allgemein ziemlich mitgenommen aus. Selbst als Nichtraucherin finde ich eine solche Darstellung völlig übertrieben. Aber naja. Wenn mensch dies von Kindheit an sieht, bekommt er_sie vielleicht nie auf den Geschmack. Ich würde gerne mal Studien dazu sehen. Wie dem auch sei, am Ende der Sightseeing-Tour machten wir noch eine schöne Bootstour über den Fluss von Panjim. Hier bemerkte ich mal so richtig, warum Goa als Partyhochburg angesehen wird. Von dem untersten Deck unseres Bootes ertönte laute Partymucke, manche Passagiere gingen auch runter zum Tanzen, und die uns entgegenkommenden Boote gaben ebenfalls schreckliche Töne von sich. Es war aber oben auf dem Deck aushaltbar, anders als auf dem Boot, welches uns vom Miramar Beach aus startend die einzelnen Schauplätze von Hollywood- und Bollywoodfilmen zeigen sollte. Wir entschieden uns gegen diese Tour aufgrund einer sehr lauen Flo Rida-mäßigen Musik, die uns einfach nur abstieß. Wir warteten also am Strand auf die Rückkehr der anderen Leute aus der Reisegruppe und suchten nach einer Saftbar, in der wir einen frischgepressten Saft trinken könnten. Dabei verwechselten wir ein luxuriöses Hotel mit einer solchen Saftbar, kletterten über Felsen in die Hotelanlage hinein und wurden dort sofort von einem Angestellten empfangen und hinausgeleitet 🙂 Letztendlich fanden wir ein Café/Restaurant unweit unseres Busses und ich gönnte mir zum ersten mal einen süßen Lassi, ein sehr leckerer aber mächtiger Joghurtdrink. Als mein Reisebegleiter mich mal kurz alleine ließ, befand ich mich umringt von den männlichen Angestellten dieses Cafés, die alle meinen Namen und unseren Beziehungsstatus wissen wollten…. Ich vertiefte mich also in mein Notizbuch, in der Hoffnung, sie merken mein Desinteresse. Als Yannic dann wiederkam, zogen wir auch schon von dannen und ließen meine Fanbase alleine zurück.

Miramar Beach

Miramar Beach

Calangute Beach

Calangute Beach

Dona Paula

Dona Paula

Sé Catedral de Santa Catarina, Old Goa

Sé Catedral de Santa Catarina, Old Goa

Bizarre Anti-Raucher-Wachsfiguren

Groteske Anti-Raucher-Wachsfiguren

Bootstour auf dem Fluss Mandovi, Panjim

Bootstour auf dem Fluss Mandovi, Panjim

Partyboot

Partyboot

Caranzalem (26.09.-29.09.2014)

Für die letzten Tage unserer Reise gönnten wir uns mal ein 4-Sterne-Hotel, welches in einer ruhigen Sumpfgegend des Küstenortes Caranzalem, unweit von Panjim, lag. Wir hatten bei Airbnb und Couchsurfing keine Hosts gefunden und das Preis-Leistungs-Verhältnis dieses Hotel war mit 16 Euro pro Nacht und Person (inkl. Frühstück) unschlagbar. Zudem wollten wir in der Nähe Panjims unterkommen, um am 29.09.2014 möglichst schnell Richtung Mumbai aufbrechen zu können. Noch ahnten wir nicht, dass Panjim aufgrund seiner vom Verkehrsnetz etwas abgelegenen Position keine Zugverbindungen nach Mumbai anbietet und wir mal wieder nach Margao mussten. Unser Hotel war so bombig, dass ich euch unten ein Foto unseres Zimmers präsentiere. Für das Geld hätte ich in Deutschland nicht mal ein ungemütliches Zimmer in der Jugendherberge bekommen! Zudem hatten wir einen super Ausblick auf einen riesiggroßen Sumpf. Der Strand lag auch nicht weit entfernt, aber das war für uns eher nebensächlich. Im September ist das Wasser noch sehr stürmisch und die Strände daher noch menschenleer. Zudem war der Strand von Caranzalem ziemlich verdreckt (siehe Foto). Überall lagen Kühe herum und die einzigen Leute, die wir sahen, waren Fischer. Wir schlenderten in diesen Tagen ein wenig im Ort herum, wanderten mal in das nicht weit entfernte Dona Paula und fuhren nach Panjim, um dort Zugtickets zu kaufen und um die schönen Parks der Stadt zu besichtigen. Von allen größeren Städten, in denen wir waren, war und ist Panjim meine Lieblingsstadt. Es ist eine eher gemütlichere Großstadt mit sehr viel Grün und sehr wenig Dreck auf den Straßen. Wie überall in Goa können Mädchen und Frauen rumlaufen wie sie wollen (d.h. sie dürfen anziehen, was sie wollen) und Touristen werden weniger intensiv angestarrt. Eine Sache, die ich übrigens an allen indischen Städten schätze, ist die Tatsache, dass selbst in einer Metropole wie Mumbai, kleine von Familien geführte Läden den Ketten zahlenmäßig überlegen sind. So kauften wir unsere Zugtickets in einem kleinen Kiosk, welcher von einem älteren Herrn und seiner Tochter geführt wird. Diese bestellten für uns per Telefon die Zugtickets und sahen zu (sogar ein wenig zu sehr), dass wir auch ja alles verstanden haben. So erklärte mir der Mann, wo und wann unser Zug abfährt, hielt mir aber aus heiterem Himmel den Hörer ans Ohr, damit mir die Zugticket-Verkäuferin telefonisch noch mal dasselbe erklären konnte. Da die Zugtickets noch ausgedruckt werden mussten, irgendein technischer Fehler dies an diesem Tag jedoch nicht möglich machte, mussten wir einen Tag vor unserer Abreise noch mal nach Panjim reisen, um unsere Zugtickets abzuholen. Die beste Frage, die ich je in meinem Leben gestellt bekommen habe, bekam ich beim Antragen des Formulars (für das Zugticket) zu hören: Warum heißt „German“ auf meinem Reisepass „Deutsch“? Ich erklärte ihm also ein wenig verdutzt, dass Deutsch „German“ auf Deutsch heißt 😀

Unser Luxuszimmer von der Tür aus betrachtet

Unser Luxuszimmer vom Fenster aus betrachtet

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Unser Luxuszimmer von der Tür aus betrachtet

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Mumbai (30.09.-01.10.2014)

Wir nahmen diesmal den Sleeper-Zug von Margao nach Mumbai und schliefen zum ersten Mal in einem indischen Zug! Die Betten waren viel gemütlicher als sie aussahen und da ich das unterste von drei übereinanderliegenden Betten hatte, bekam ich auch diesmal keine Probleme mit der Luft.

Ein AC3 Sleeper Compartment. Die Lehne dient nachts als zweites Bett, welches oben an den Ketten befestigt wird.

Ein AC3 Sleeper Compartment. Die Lehne dient nachts als zweites Bett, welches oben an den Ketten befestigt wird.

Unser Zug fuhr am späten Abend des 29.09 ab und kam so gegen 11 Uhr des Folgetages am Mumbaier CST Bahnhof an. Dort nahmen wir ein Taxi zu unserer Unterkunft, welche in der Nähe des Flughafens lag. Die Fahrt dauerte weitaus länger als wir angenommen hatten (fast 1 STunde!!) und der Fahrer raste wie von der Tarantel gestochen durch den wirren Mumbaier Stadtverkehr. Trotz zweier Vollbremsungen erreichten wir sicher und unverletzt unser Ziel. Wir verließen das Hotel nur einmal zum Essen und mieden ansonsten das hektische Treiben auf den Straßen. Das Restaurant, in dem wir aßen, war überfüllt mit Angehörigen des männlichen Geschlechts. Ich war weit und breit die einzige Frau und spürte die Blicke förmlich von allen Seiten. Ein Kellner ohne Englischkenntnisse wollte mich darauf aufmerksam machen, dass es auch einen abgetrennten Essbereich gibt und zeigte auf ein Waschbecken. Ich interpretierte dies als eine Aufforderung zum Händewaschen und tat dies 🙂 Erst beim Händewaschen sah ich den abgtrennten Essbereich und verstand sein Anliegen. Wir blieben jedoch trotzdem an unserem Tisch sitzen.

Am nächsten Tag checkten wir um 12 Uhr aus und fuhren direkt zum Flughafen. Da unser Flugzeug erst um 22:30 abfliegen sollte, wollte uns das Wachpersonal noch nicht in das Flughafengebäude lassen. Wir mussten also bis 14 Uhr die Zeit überbrücken und setzten uns draußen in ein Café, wo wir zwei Vada Pav und ein Chuttney-Sandwich verspeisten. Leute, ich kann euch nur empfehlen, Vada Pav zu essen, wenn ihr die Möglichkeit habt! Vada Pav ist sozusagen ein scharfer vegetarischer Burger, in dessen Inneren ein „Kartoffelbällchen“ und jede Menge Gewürze stecken. Ein absoluter Genuss!

Den Rest der Zeit verbrachten wir lesend, Musik hörend und essend. In einem Restaurant in der Duty Free Zone musste ich bei der Bestellung meinen Reisepass vorzeigen! Wenn ihr eine Ahnung habt, warum, lasst es mich wissen 🙂 Ich fand’s sehr seltsam.

Moderne Kunst ;)

Moderne Kunst 😉

Dubai (02.10.2014)

Wir kamen um kurz nach Mitternacht am Dubai International Airport an und mussten dort bis 8 Uhr morgens ausharren!!! Bei unserem Versuch, am Flughafen zu schlafen, scheiterten wir abermals an einer aggressiv blasenden Klimaanlage, dir mir fast den Kältetod bescherte – und das bei einer Außentemperatur von 30°C!!!! Während des Fluges nach Düsseldorf schaute ich den Film „Tammy“, den ich nur jedem_r empfehlen kann, der_die auf derben Humor steht. Mein Lieblingszitat stammt von Susan Sarandons Charakter (sie ist die Oma des Hauptcharakters Tammy), die einem Jetski-Verleiher, der hart mit ihrer Enkeltochter ins Gericht geht, an den Kopf wirft: „Muscle shirts are for muscles“. Auch schön war folgender Dialog zwischen Tammy und ihrem „Date“:

Er: „I do not want your tongue in my mouth“

Sie: „Where do you want to have it then?“

Wir kamen schließlich mittags in Düsseldorf an und wurden von unseren Familien mit leckerem Kaffee und Kuchen beglückt. Es ist irre, was für einen  Heißhunger ich auf Kuchen nach diesen Monat hatte. Auch mein Bedürfnis nach GUTEM Kaffee war riesengroß, da ich in Indien immer nur eine ziemliche Plörre bekommen habe.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es eine der erlebnisreichsten und einrucksvollsten Reisen meines Lebens war und ich sehr froh darüber bin, diese Reise gemacht zu haben. Indien ist ein Land der Extrema, das anzieht und abstößt zugleich. Es ist ein Abenteuer für den kleinen Geldbeutel, aber häufig nur für starke Nerven. Es ist schwierig über dieses Land eine allgemeine Bilanz zu erstellen. Zu unterschiedlich sind die Eindrücke, die mensch dort gewinnt. Ich würde gerne irgendwann noch den Nordosten des Landes bereisen. Das wird aber erst in ein paar Jahren möglich sein. In weniger als einen Monat geht es erst einmal nach Algerien!

*mehr Infos zum indischen Essen wird es in einem anderen Post geben

**um eine indische Sim-Karte erwerben zu können, braucht mensch eine dauerhafte Anschrift in Indien. Blöd, aber wahr!

*** In Indien tragen alle Mädchen und Frauen Schmuck, insbesondere Ohrringe.

Yannics Reisebericht samt Packliste ist nun auch auf seiner Homepage zu lesen!

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