Carlos Ruíz Zafón – Der Fürst des Parnass

Wie Millionen anderer Leser_innen auf dieser Welt verfolge auch ich seit einigen Jahren gespannt und voller Bewunderung die Schriftstellerkarriere von Carlos Ruíz Zafón, jener katalanische Schriftsteller, der es geschafft hat, Barcelona zum Schauplatz einer sagenumwobenen Geschichte rundum einen Friedhof der vergessenen Bücher und einer barcelonesischen Buchhändlerfamilie zu machen. Seine Romane „Der Schatten des Windes“ , „Das Spiel des Engels“ und der „Der Gefangene des Himmels“ waren allesamt Bestseller und machten Barcelona zur literarischen Touristenattraktion. Als ich vor einigen Jahren mit meinem Vater in diese Stadt flog, bekam ich einen Touristenführer für das „Barcelona des Carlos Ruíz Zafóns“ geschenkt und vergnügte mich zwei Tage lang damit, die Orte des Geschehens aufzusuchen und die Lebenswege von Daniel Sempere, Fermín Romero de Torres etc. geographisch nachzuverfolgen. Ihr seht, ich bin Feuer und Flamme für diesen Autoren und seine Romanhelden. Wenn ich also in einer Buchhandlung an einem mir bis dato unbekannten Roman dieses Schriftstellers vorbeistreife, juckt es mir sofort in den Fingern. So auch bei meinem letzten Besuch in der Buchhandlung meiner Heimatstadt. Meine Beute war in diesem Falle eine Erzählung von Ruíz Zafón, welche auf nur 83 Seiten die Vorgeschichte des Friedhofes der vergessenen Bücher darbietet. Ich habe dieses kleine Büchlein in nur wenig Zeit verschlungen und war – wie immer- sehr angetan von der sprachlichen Raffinesse Zafóns, welcher es versteht, dem_der Leser_in lange blumige Sätze im alten Höflichkeitsjargon zu präsentieren.  Einen dieser Sätze zitiere ich hier, um euch einen kleinen Einblick in die wunderbare Sprache des Carlos Ruíz Zafóns zu geben:

Ich nehme die Erinnerung mit, ein Gefangener der Schönheit seiner Straßen* und ein Schuldner seiner dunklen Seele, zu der ich zurückkommen verspreche, um die meine auszuhauchen und mich ans süßeste ihrer Vergessen zu klammern.

Bei solchen Sätzen ziehe ich stets den Hut vor Übersetzern_innen, denn ich hätte eine solche Übersetzung vermutlich nicht zu Stande gebracht. Es erfordert schon viel Übung, bis jemand in einer Fremdsprache solche Sätze voll und ganz verstehen und selbst erzeugen kann.

Trotz all dieser Hypotaxen liest sich die Erzählung schnell und einfach. Wie immer vermischen sich auch in diesem Werk Zafóns realitätsnahe Aspekte mit mystischen und fantastischen Aspekten. Fans der spanischen Literatur werden hier auch die Allusionen auf Cervantes und seinem schriftstellerischen Werk zu schätzen wissen!

Zusatzbemerkung: Leider habe ich momentan keinen Fotoapparat, deshalb konnte ich das Buchcover nicht fotografieren, um diesen Text ein wenig zu visualisieren… Tant pis!

 

*Gemeint ist hier natürlich die Stadt Barcelona!

 

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