Indienreise: Die stressige Vorbereitungsphase

Nachdem ich immer noch versuche das Geld einer aufgekündigten Auslandsreiseversicherung zurückzubekommen, mein Vater schon fleißig Geld zurücklegt, um mich „aus den Fängen meiner Geiselnehmer“ zu holen und ich nun Expertin auf dem Gebiet der Malariaprophylaxe bin, durfte ich nun die unglaubliche Kompetenz der Indo-German Consultancy Services  von Frankfurt kennenlernen. Meine Email-Korrespondenz mit diesem Service hat mich so zum Lachen gebracht , dass ich diese der Außenwelt nicht vorenthalten kann. Neben einem herrlich originellen Deutsch, hat dieser Service, über den mittlerweile quasi alle Visumsanträge laufen, anscheinend nicht mal annähernd meinen Antrag durchgeschaut, sonst hätten sie nämlich die darauf klebenden zwei Passfotos von mir erblickt und mich nicht nach einer Meldebescheinigung gefragt, da auf meinem Antrag draufsteht, dass ich deutsche Staatsbürgerin und somit im Besitz eines deutschen Personalausweises bin. Die erste Mail bleibt also für mich ein offenes Mysterium:

Guten tag! Wir haben heute Ihre Visa Antrag Formular bekommen. Leider fehlen die einige sachen was wir für Visum brauchen. Bite schicken Sie uns diese unterlagen.

[…]

02). Meldebescheinigung ( Wenn Sie eine Deutsche Pass haben dann mussen uns keine Meldebescheinigung schicken)

[…]

05).02 Pass Foto

 

Diese Mail amüsierte mich anfangs überhaupt nicht. Ich hatte nur noch ein Passfoto übrig und wunderte mich, wie das IGCS-Team mein Antragsformular ohne die darauf klebenden Fotos bekommen haben könnte. Ich fragte also sicherheitshalber nach:

Bezüglich der Passbilder: Beide angeforderten Passbilder wurden von meiner Mutter auf die beiden ausgedruckten Formulare* geklebt. Daher verstehe ich nicht, warum Sie sie nicht erhalten haben sollen.

Obwohl dies wenig plausibel klingt, bekam ich folgende Antwort:

Fotos haben wir definitv nicht erhalten. Vor dem die Unterlagen nicht komplett sind können wir den Antrag nicht bearbeiten also müssten sie neue Fotos machen lassen.

Nachdem ich dann neue Fotos gemacht hatte, kam der hiesige Mitarbeiter auf die glorreiche Idee, selbst mal nachzuschauen und schrieb mir:

Also ich habe gearde ihren Antrag kontroliert und das Foto war ok. Es ist auch drauf. Jezt die Frage wie heißt den Ihre Mutter ? War da vieleicht was wegen dem Foto ?

Da war ich dann vollkommen überfordert. Der Name meiner Mutter stand ebenfalls auf dem Formular drauf und was sollte mit meinem Foto gewesen sein? Kann er die Frage nicht selbst beantworten, da er doch augenscheinlich als Letzter mein Passbild gesehen hat??? Verdutzt gab ich dann noch mal den Namen meiner Mutter an und erhielt dann eine Mail, die mich dann endgültig davon überzeugte, dass nicht nur die sprachlichen Kompetenzen bei diesem Service fehlen, sondern jegliche Kompetenz.

Nur haben wir leider nur einen Antrag erhalten. Der von Ihrer Mutter liegt uns nicht vor. Bitte senden Sie uns den Antrag ihrer Mutter noch mal zu.

Meine Mutter hat und hatte nie vor mit uns nach Indien zu reisen. Wie der Sachbearbeiter darauf kam, dass meine Mutter ebenfalls einen Antrag stellen möchte, ist mir völlig schleierhaft. Jedenfalls hat sich die Sache nun endlich geklärt und erledigt. Diese ganze Aktion hat mein Vertrauen in die Behörden jedoch völlig zerstört. Interessant ist des Weiteren, dass die meisten Mails von einem Mitarbeiter geschrieben worden sind, der – zumindest vom Vor- und Familiennamen ausgehend – ein deutscher Staatsbürger zu sein scheint. Entweder leidet er gelegentlich an Legasthenie (manche Mailpassage waren durchaus sprachlich und grammatikalisch korrekt) oder er lässt seine Mails ab und an von einem indischen Kollegen schreiben.

*Da ich momentan im Ausland bin, fungiert meine Mutter als Übermittlerin. Sonst klebe ich selbstverständlich meine Fotos selbst auf irgendwelche Formulare! 🙂

 

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4 Antworten zu Indienreise: Die stressige Vorbereitungsphase

  1. Carmilla DeWinter schreibt:

    Also, mein Visum für Usbekistan letztes Jahr hat zwar gedauert, war aber wesentlich einfacher zu bekommen. Online Antrag ausfüllen, ausgedruckt mit Pass und extra Bild zur Botschaft in Berlin schicken, Tee trinken. Obwohl die Infos, die so ein Tourivisum erforderte, ebenfalls reichlich lächerlich waren. Wieso wollten die zum Beispiel die Addresse der Arbeitsstelle?
    Ich drücke die Daumen, dass das mit dem Visum klappt, auch wenn mich keine zehn Pferde nach Indien kriegen würden.

    • tschellufjek schreibt:

      So sollte es eigentlich auch laufen. Keine Ahnung, was da genau schiefgelaufen ist.
      Die Fragen, die bei dem Visumsantrag gestellt wurden, waren wirklich sehr interessant. Sehr abfragend.. Usbekistan – dieses Land hatte ich ja mal so überhaupt nicht auf dem Schirm.. Wie kamst du auf diese Reiseidee und was ist dein Fazit?

      • Carmilla DeWinter schreibt:

        Eine Recherche führte mich zu Fotos von Samarqand, woraufhin ich beschloss, da mal hinzuwollen.
        Fazit: Für Geschichts-Geeks ein Paradies. Trittsicherheit, ein gesunder Rücken (Schlaglöcher) und ein gewisses Maß an Verzicht auf Luxus sind erforderlich. Mensch sollte sich außerdem im Klaren sein, dass es sich um eine „orientalische Demokratie“ handelt, wie der Guide es so diplomatisch ausdrückte.

        • tschellufjek schreibt:

          Das ist ja mal eine interessante Art und Weise, sein Urlaubsziel auszuwählen 🙂 Dein Fazit klingt gut in meinen Ohren. Ab und an habe ich Lust dazu, die Welt der Dekadenz zu verlassen und mich in die Alltagsrealität des Großteils der Menschen dieses Planeten zu begeben. Ein temporäres minimalistisches Leben halte ich dabei für sehr bereichernd.
          Indien wird zwar immer als die „größte Demokratie der Welt“ bezeichnet, das Adjektiv „orientalisch“ wäre dabei als Relativierung allerdings durchaus angebracht 🙂

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