Gray-Asexualität

Ich bleibe hier mal halb beim englischen Begriff, da ich „Grau-Asexualität“ oder „graue Asexualität“ als akkustische Belästigung empfinde.

Die Gray-Asexualität ist in der grauen Zone des Dreiecks anzusiedeln. Laut AvenWiki gehören zu diesem Spektrum unter anderem:

– Personen, die sich gelegentlich zu Anderen sexuell hingezogen fühlen

– Personen, die sich zwar sexuell zu Anderen hingezogen fühlen, jedoch eine schwache Libido haben

– Personen, die sich sowohl von Anderen sexuell angezogen fühlen als auch ein sexuelles Begehren verspüren, jedoch nicht zur Tat schreiten wollen.

– Personen, die Sex haben wollen und daran auch Spaß  haben können, jedoch nur unter  bestimmten Umständen.

The Thinking Asexual fügt dem noch Personen hinzu, die zwar eine sexuelle Anziehung verspüren können, gleichzeitig jedoch von der Idee, Sex zu haben, abgeneigt sind. Ich kann mir ganz gut die verblüfften Gesichter mancher Leser_innen hier vorstellen. Mögliche Fragen, die  beim Lesen aufkomen können, habe ich am Ende des Artikels aufgelistet und versucht so gut es geht zu erklären.

Wir ihr seht, gibt es bei den verschiedenen Äußerungen der Gray-Asexualität einige Überschneidungen mit der Demisexualität (z.B. Punkt 2). In letzter Zeit gab es auf den englischsprachigen Blogs immer mal wieder Diskussionen über den genauen Unterschied zwischen der Demisexualität und der Gray-Asexualität. Ich bin der Meinung, dass die Frage, ob die Unterscheidung Sinn macht oder nicht, nicht von Bedeutung ist. Die Einordnung in diese verschiedenen Labels hängt von den einzelnen Leuten selbst ab und beruht auf subjektivem Empfinden. Die Tatsache, dass Asexuelle ein großes neues Vokabular geschafft haben, entspricht dem Wunsch, einen Namen für seine Erfahrungen zu finden, die dazu verhelfen, über diese auch sprechen zu können. Sprache definiert ja bekanntlich die Grenzen unserer Erfahrungswelten und unseres Wissens im Allgemeinen. Daher auch die Ambition verschiedener Minderheiten, Begrifflichkeiten für ihre Andersartigkeit zu finden.

Und hier die möglichen Fragen, die sich ergeben können. Falls ihr noch welche hinzuzufügen habt oder Verbesserungsvorschläge habt, nur zu!

Frage 1: Wie kann jemand sich zu einer Person sexuell hingezogen fühlen und diese  sexuell begehren ohne dabei zur Tat schreiten zu wollen?

Körper und Geist sind sich nicht immer einig. Wie ich bereits in meinem Post „Asexualität-Was ist das?“ erwähnt habe, kann unser Körper auf Stimuli reagieren ohne dabei dieser physischen Reaktion nachgehen zu wollen. Wenn uns die Wut überfällt, schlagen wir ja auch nicht zwangsläufig unserem Gegenüber ins Gesicht. Des Weiteren gibt es Leute, die lieber fantasieren als ihre Fantasien dann auch wirklich in die Praxis umzusetzen. Eine weitere Erklärung, die man häufig in Foren und in Blogposts rund um dieses Thema findet, ist, dass die Selbstbefriedigung für manche  erfüllender ist als Geschlechtsverkehr mit einer anderen Person. Es ist also möglich eine Libido zu haben, ohne diese mit einem_r Anderen ausleben zu wollen.

Frage 2: Von welchen „besonderen Umständen“ ist die Rede bei Punkt 4?

Gray-Asexuelle haben in der Regel kein Interesse an sexueller Interaktion, wenn nicht in einer romantischen Beziehung. Und auch in einer solchen Beziehung kann es Phasen geben, in denen der_die Gray-Asexuelle keine Lust verspürt. Diese kann spontan auftreten, zum Beispiel beim Kuscheln.

Frage 3: Wie kann jemand sexuelle Anziehung verspüren und gleichzeitig von Sex abgeneigt sein?

Nun ja, sexuelle Anziehung ist eine körperliche Reaktion, die auf chemischen Prozessen in unserem Körper beruht. Wie bereits oben gesagt, sind sich Geist und Körper nicht immer einig. Wenn ich beispielsweise eine Sexszene in einem Film sehe, kann mein Körper darauf positiv reagieren, während mein Kopf mir andere Signale sendet.

 

 

 

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Über tschellufjek

In Bearbeitung ;)
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6 Antworten zu Gray-Asexualität

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  2. racoon schreibt:

    Dein Artikel hat mir sehr geholfen, mich für meinen Freund besser auszudrücken, um ihm mich n klein bisschen besser zu erklären. Hat unserer beziehung gut getan. Danke!

  3. tschellufjek schreibt:

    Hallo Racoon,
    danke für diese „Rückmeldung“! Als ich mit diesen Blog online gegangen bin, habe ich mir genau solche Effekte gewünscht.
    Alles Gute und einen schönen Übergang ins neue Jahr 😉

  4. Nadia schreibt:

    Vielen Dank, dieser Artikel hilft mir sehr. Ich kannte den Begriff „Graysexuell“ noch nicht wirklich, wusste aber, dass ich zwar eine schwächere Libido habe als andere Menschen, aber trotzdem nicht asexuell bin, da ich ab und zu Spaß an Sex haben kann.Jetzt weiß ich, dass ich da nicht alleine bin. 🙂

  5. alpha schreibt:

    Trifft das auch zu, wenn man eigentlich sexuelle Lust und Anziehung empfindet und ausleben will, aber Angst davor hat aufgrund von negativen Erlebnissen bedingt durch eine schwache Potenz?
    Danke im Voraus

    • tschellufjek schreibt:

      Per definitionem nein. Der entscheidende Punkt hierbei ist das „ausleben will“. Der vierte Punkt, der dich vermutlich zu dieser Frage gebracht hat, bedeutet, dass eine konkrete Rahmenbedingung (wie beispielsweise eine feste Partnerschaft mit einem starken Vertrauensverhältnis) erfüllt sein muss, um in dir sexuelles Begehren auszulösen. Allerdings ist A_sexualität (darunter auch Gray-A_sexualität) ein Konzept, welches jeder für sich beanspruchen kann, der sich mit diesem identifizieren kann.

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