Fête de la Musique

Eine Sache, die ich an Frankreich immer bewundert habe, ist die starke Kultuförderung, welche dieses Land insbesondere im Zuge seiner geschwächten Großmachtstellung seit dem zweiten Weltkrieg betreibt.  Wie vielleicht einige von euch wissen, gibt es in Frankreich für das Radio eine Quotenregelung, nach der mindestens 40 % der gespielten Songs (zumindest zum Teil) französischsprachig sein müssen. Bevorzugt werden hierbei Lieder, die von Bands oder Musiker_innen stammen, die noch keine (so der Conseil supérieur de l’audiovisuel) 2 Alben mit über 50.000 Exemplaren verkauft haben. Zudem wird die Vorstellung neuer Songs mit dieser Quote bevorzugt. Viele meiner Landsleute denken, dass diese Quotenregelung kleinkariert und die Franzosen_Französinnen bloß zu stolz auf ihre Kultur sind. Diese Meinung teile ich jedoch nicht. Meine Frankreichaufenhtalte haben bewirkt, dass ich mich ein wenig mehr mit meiner eigenen Herkunft und Kultur beschäftigt habe. Mir ist dabei aufgefallen, dass ich wirklich nur sehr wenige deutsche Lieder kenne. Meine Kenntnis der deutschen Musik beschränkt sich wirklich auf die bekanntesten Bands und Musiker_innen. Jedes Mal, wenn mich ein_e Franzose_Französin nach Empfehlungen fragt, muss ich passen. Meine Lücke bezüglich deutscher Musik basiert natürlich auf einem gewissen Desinteresse und es kann darüber diskutiert werden, ob der Staat unser Musikinteresse wirklich vorgeben sollte bzw. beeinflussen sollte. Ich sehe in der Quotenregelung jedoch nicht hauptsächlich eine Förderung des Nationalstolzes, sondern eine Förderung der einheimischen Musiker_innen. Verglichen mit der amerikanischen Musik- und Filmindustrie ist die Europäische eine arme Kirchenmaus. Allein deshalb halte ich es für verständlich, wenn die einzelnen Länder ihrer Musikbranche ein wenig nachhelfen.

Eine solche staatliche Unterstützung der einheimischen Musikbranche stellt auch die 1982 vom damaligen Kulturminister Jack Lang* ins Leben gerufene Fête de la Musique dar, welche jedes Jahr um den 21. Juni stattfindet und mittlerweile ein echter Exportschlager geworden ist.**

In diesem Jahr habe ich an der Fête de la Musique der Hafenstadt Brest teilgenommen. Da ich momentan leider keine eigene Kamera habe, bin ich froh auch hier wieder tolle Bilder von einer Freundin (Danke, Helena! ;D) bekommen zu haben, von denen ich ein paar mit euch teilen möchte:

 

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Und hier eine echt gelungene Aufnahme der Stadt am späten Abend:

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*einer der legendärsten und bekanntesten Kulturminister Frankreichs

** das deutsch-französische Magazin ParisBerlin hat dazu neulich einen Artikel geschrieben (auf Französisch). Anscheinend haben sich 45 deutsche Städte diese Feier zum Vorbild für eigene Veranstaltungen genommen: http://www.parisberlinmag.com/2014/06/lallemagne-aussi-fete-la-musique/

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Über tschellufjek

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