Saarbrücken

Bevor ich für mein Studium in die Hauptstadt des Saarlandes zog, war mir dieses Zipfelchen Erde gänzlich unbekannt. Die einzigen Momente, in denen das Saarland auf meinem Bildschirm erschien, waren jene Geschichtsstunden, die sich um den ersten und zweiten Weltkrieg drehten. Ich wusste, dass das Saarland ein paar Mal seine Nationalität gewechselt hatte und dass es damals aufgrund seiner Industrie eine Schlüsselregion für beide Länder war. Ich habe allerdings nie im Sinn gehabt, diese Region als Touristin aufzusuchen. Ich war in Lothringen, im Elsass und in Luxemburg. Das Saarland habe ich dabei immer ausgelassen. Nicht bewusst. Es war nur einfach nicht auf meiner inneren Karte. Nach Saarbrücken zog es mich aufgrund meines Studiengangs, welcher ziemlich speziell ist und daher nur an wenigen Unis angeboten wird. Zudem lockte mich die Nähe zur französischen Grenze. Frankreichliebhaber kommen in Saarbrücken schnell auf ihre Kosten und so verliebte ich mich relativ zügig in diese kleine, aber feine Stadt, welche wie kaum eine Andere die deutsch-französischen Beziehungen lebt. Jedes Jahr findet hier das sogenannte Festival Perspectives statt, ein deutsch-französisches Theaterfestival, welches die Stadt für eine Woche zu einer Hochburg der Theaterkultur macht. Die Künstler kommen aus Deutschland, Frankreich, Belgien oder Luxemburg beispielsweise und präsentieren ihre Stücke in verschiedenen Veranstaltungslokalitäten. Das Programm ist sehr vielseitig und für jede Altersklasse zugänglich. Zudem bietet das Festival gute Beschäftigungsmöglichkeiten für frankophone Studenten, die häufig als Künstlerbetreuer oder als Organisatoren tätig sind. Häufig folgt am Ende der Veranstaltungstage eine große Feier im Römerkastell, einer alten Fabrikhalle, welche einfach nur perfekt für Konzerte geeignet ist.

Was Musik angeht, kann ich leider nicht viel empfehlen. Die Diskos der Stadt sprechen meinen Musikgeschmack nicht wirklich an und ich habe leider noch keinen kleinen Schuppen mit Livemusik gefunden. Dafür bietet die Stadt kinotechnisch ziemlich viel.

Saarbrigge, wie die Saarländer sagen, beherbergt zwei Alternativkinos, die Veranstalter verschiedener kleiner Kinofestivals sind. So fanden zwischen Oktober und Dezember 2012 italienische, afrikanische, jüdische, frankophone und lateinamerikanische Filmtage statt. Wer nach seiner Filmsession Lust auf ein kühles Blondes hat, stolpert im Nauwieser Viertel, ein kleines studentisches Szeneviertel mit vielen Bars, von einer Bar zur nächsten.

Übrigens, Saarbrücken ist eine von insgesamt vier Städten, die es ihren Studenten ermöglicht, komplett kostenlos ins Staatstheater zu gehen. Sogar in Opern und Konzerte, welche im Staatstheater stattfinden, kommt man mit dem Studentenausweis kostenlos herein, solange noch Plätze frei sind.

Und für schöne freie Tage bietet sich die Natur des Saarlandes für eine Vielfalt an Outdoor-Aktivitäten an, wie beispielsweise Wandern, Fahrradfahren oder Klettern.

 

Einen Besuch wert…:

 

Baker Street: Außergewöhnliche Bar auf der Mainzer Straße. Die Innenaustattung ist dem viktorianischen Zeitalter nachempfunden, dessen Kleidung die Kellner und Kellnerinnen ebenfalls übernommen haben. Gemütliche Sessel in einem nachgestellten typisch britischen Kaminzimmer und ein Regal voller Krimis sorgen für eine himmlisch gemütliche Atmosphäre. Zu empfehlen sind vor allem die hausgemachten Scones!!

 

Kino achteinhalb:

Winzig kleines Alternativkino im Nauwieser Viertel. Sehr gutes und internationales Filmprogramm.

 

 

 

 

 

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