Ein Uni-Jahr in Metz

In einer Woche ist es für mich wieder an der Zeit, meine Koffer zu packen und einer liebgewonnenen Stadt „adieu“ zu sagen. Nach meinem Jahr in Saarbrücken zog ich im September letzten Jahres nach Metz, um dort 8 Monate, also ein französisches Uni-Jahr, zu verbringen. Auch wenn die permanenten Umzüge mir mittlerweile zu schaffen machen (insbesondere Umzüge ins Ausland sind immer mit vielen administrativen Schritten verbunden), genieße ich dennoch diese wahnsinnige Mobilität, die mein Studium mir ermöglicht. So habe ich in den letzten zwei Jahren zwei mir gänzlich unbekannte Städte entdeckt und zu schätzen gelernt.

Sowohl Saarbrücken als auch Metz entpuppten sich mir als angenehme mittelgroße Städte mit hoher Lebensqualität. In Metz brauchte ich jedoch ein wenig länger, um dies auch zu merken.
Als verwöhnte deutsche Staatsbürgerin war ich zunächst ziemlich erschrocken über die doch spürbar höheren Lebensmittelpreise in Frankreich und hatte schwer zu kämpfen mit den ansässigen französischen Behörden, die nicht nur häufig sehr langsam die einzelnen Fälle bearbeiten, sondern auch ziemlich chaotisch in ihrer Arbeit allgemein sind.
Hinzu kam ein völlig überfüllter Stundenplan, welcher mich an fünf Tagen der Woche von morgens bis abends an die Uni band, und ein grauenhaftes Herbst- und Winterwetter. Kurz gesagt: Ich ging bei Dunkelheit zur Uni und ging bei Dunkelheit und Nieselregen nach Hause.
Von der Uni völlig erschöpft, lag ich dann abends bei mir auf der Coach und fand maximal noch die Lust, ein Buch zu lesen oder eine Serie anzuschauen.
Nach den Winterferien verbesserte sich dann meine Beziehung mit der Stadt. Vor allem mit dem Aufblühen der ersten Knospen und den milden Temperaturen begann ich, mich in meiner Freizeit ein wenig verstärkt in der Stadt umzuschauen. Mein deutlich gelichteter Stundenplan des zweiten Semesters half mir dabei entscheidend. Ich entdeckte viele wunderschöne kleine Ecken der Stadt und wurde mir des reichen kulturellen Angebots der Stadt bewusst.
Meine schönsten Entdeckungen werde ich euch im Folgenden aufführen, damit ihr diese Ecken eventuell selbst bei einem Metz-Aufenthalt mal entdecken könnt:

Rue Taison

Meine absolute Lieblingsstraße in der Innenstadt. Kopfsteinpflaster, schöne alte Häuser und ein bunter Drache, welcher über die Straße wacht. Dieses 40029-une-rue-de-metzWahrzeichen hat der Straße den Spitznamen „Rue du Dragon“ (Straße des Drachens) eingebracht.

Rue Sainte Marie: Auf dem Weg von der Innenstadt zum Uni-Campus Île de Saulcy kommt man durch diese kleine schnuckelige Straße, welche viele verschiedene Bars beherbergt, darunter das BSM und das Dublin.

Esplanade
Bezauberndes Stückchen Grün im Herzen der Stadt. Die Esplanade befindet sich 764c2-280px-esplanade-metzunmittelbar am größten Platz der Stadt, der Place de la République, und führt zum Veranstaltungssaal „Arsenal“, wo klassische Konzerte, Theaterstücke, Tanzstücke und vieles mehr aufgeführt werden.

 

Église Saint Martin: Ich kann nicht genau sagen, was mich an dieser Kirche so 10daa-450px-eglise_saint-martin_de_metz_-_clocher_280429begeistert. Vielleicht liegt meine Liebe zu diesem Ort an der Tatsache, dass ich meine langwährende Schreibblockade mit Blick auf diese Kirche überwunden habe.

 



4dda8-parc_de_la_seille_-_metz_-_nordParc de la Seille: Ein wunderschöner Park, welcher sich direkt hinterm Hauptbahnhof beim Centre Pompidou-Metz befindet. Ideal zum Picknicken und sonstigen entspannten Outdoor-Freizeitaktivitäten 🙂

 

Plan d’eau: Für alle Hobbysportler und Spaziergänger und für alle, die sich von Natur am besten inspirieren können, ist dieses Fleckchen Erde ein Paradies. Idylle und ein wunderschöner Blick auf die Kathedrale erzeugen den ultimativen Sommerflair.

Ein paar Ausgehtipps fürs Nachtleben:

Bars:
Meine zwei  Lieblingsbars sind das
„Au Fût et à Mesure“, welches sich an der Ecke der Rue Sainte Marie befindet und ein interessantes Konzept entwickelt hat: Man kann sich eine Karte für beispielsweise zwanzig Euro geben lassen und für dieses Geld sich dann selbst Bier zapfen. An verschiedenen Tischen gibt es verschiedene Biersorten.
„Café Dublin“, eine relativ neue Bar (ich weiß nicht, warum sie sich Café schimpfen, da sie nachmittags nie geöffnet haben) mit guter Musik.

Musik:
Les Trinitaires: alte Kirche, die mittlerweile als Konzerthalle dient. Jede Woche treten hier mehrere Liveacts auf. Häufig werden auch Gratiskonzerte angeboten. Die Stimmung ist jedenfalls immer super.

Kino:
Le Caméo: Alternativkino, welches die Filme in ihrer Originalsprache ausstrahlt
Le Palace: zwischen Alternativkino und Mainstream-Kino. Zeigt ebenfalls häufig Filme in ihrer Originalsprache.
Beide Kinos gehören anscheinend zu einem Kinoverbund: http://www.cinema-palace-cameo-metz.fr/

 

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