Nachtrag zu „Wahlprogramm der AfD in NRW – Teil 1“

Als ich den Punkt 1.2 aus dem Wahlprogramm der AfD in NRW kommentiert habe, übersah ich die Fortsetzung des von mir zitierten Abschnittes. Ich werde nicht auf alle Abschnitte eingehen, aber finde, dass der folgende es Wert ist, betrachtet zu werden:

Wir glauben nicht an die Verheißungen politischer Ideologien oder an die Heraufkunft eines besseren, eines ‚Neuen Menschen‘. Eine Geschichtsphilosophie, die von einer Höherentwicklung der individuellen menschlichen Moral ausgeht, halten wir für anmaßend und gefährlich.

Meine Anmerkungen hierzu:

Worüber sprechen die???

Die AfD glaubt nicht an die Verheißungen politischer Ideologien. Hmm, was meint sie genau damit? Schauen wir uns doch mal die Begriffe „Politik“ und „Ideologie an:

Politik = Regierungen, Parlamente, Parteien, Organsationen etc., dir ihr Handeln darauf ausrichten, bestimmte Ziele in Bezug auf die Gestaltung des öffentlichen Lebens durchzusetzen

Ideologie = weltanschauliche Konzeption, in der Ideen der Erreichung  gesellschaftlicher und politischer Ziele dient (Beispiele : Faschismus, Sozialismus, Konservatismus, Liberalismus, Kommunismus…)

Bei dem Ausdruck „politische Ideologie“ handelt es sich um einen Pleonasmus, d.h. dass das Adjektiv „politisch“ überflüssig ist, da jeder Politik, jedem politischen Handeln eine Ideologie zugrunde liegt. Wie ich das öffentliche Leben gestalten möchte, hängt von meiner Denkschule, meiner Ideologie ab. Jeder hat mindestens eine Ideologie. Die AfD selber weist unzählige Ideologien in ihrem Parteiprogramm auf.  Die Forderung nach weniger Staat fußt auf der Ideologie des Liberalismus, ihr „Bekenntnis zur traditionellen Familie“ entspricht dem Konservatismus und die AfD’sche Flüchtlingspolitik bzw. – position, die von Beatrix von Storch und Frauke Petry vertreten wird, ist zumindest in der Forderung nach aktivem Widerstand an Deutschlands Außengrenzen zweifellos rechtsradikal. An welche Verheißungen die AfD also nicht glaubt, ist schleierhaft.

Wie es bei der überaus interessanten und lächerlichen Debatte über den sogenannten „Gender-Wahnsinn“ der Fall ist, folgt auf diese Äußerung eine Ablehnung von etwas, das man im realen Leben vergeblich sucht: Menschen, die an die „Heraufkunft eines besseren, eines „Neuen Menschen“ glauben. Zudem ist es interessant, dass die AfD hier immer nur aufzählt, was ihrer Meinung nach falsch ist, aber nicht hinzufügt, was diesbezüglich richtig sei. Nicht nur fragt man sich, wer überhaupt der Adressat dieser Kritik ist, man fragt sich zudem, was die AfD überhaupt konkret will. Soll es statt einer individuellen menschlichen Moral – was auch immer damit gemeint ist – eine kollektive menschliche Moral geben? Wie würde diese aussehen?

 

Veröffentlicht unter Alltagsreflexionen, Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Wahlprogramm der AfD in NRW – Teil 1

Mit den zunehmenden (beängstigen) Erfolgen der AfD bei Wahlen und der immer unerträglicher werdenden Stammtischparolen vieler Mitbürger_innen, habe ich mich dazu hinreißen lassen, mir das Wahlprogramm der Partei in meiner Heimatregion mal genauer anzuschauen. In den kommenden Wochen werde ich also immer mal ein paar Punkte vorstellen und kommentieren.

Eine Sache ist bereits beim groben Betrachten der Inhalte der Partei deutlich: Viele der sogenannten „Protestwähler_innen“ wären von dem Programm der AfD nicht minder negativ betroffen als die Personengruppen, denen sie mit ihrer Wahl eins auswischen wollen.

Kommen wir nun zu einem der ersten Punkte mit dem interessanten Titel:

Zu 1.2 Schlanker Staat für freie Bürger:

Der Staat ist für den Bürger da, nicht der Bürger für den Staat. Nur ein schlanker Staat kann daher ein guter Staat sein. Erforderlich ist ein vom Staat garantierter Ordnungsrahmen, in dem sich die Bürger frei entfalten können. Die ständige, vielfach ideologiegetriebene Expansion der  Staatsaufgaben stößt an finanzielle und faktische Grenzen.

Sie bedroht inzwischen den Kerngehalt der elementaren  Freiheitsrechte der Bürger. Der Staat hat sich verzettelt. Es bedarf neuer Konzentration auf die vier klassischen Gebiete: Innere und äußere Sicherheit, Justiz, Auswärtige Beziehungen und Finanzverwaltung. Aufgaben jenseits dieser vier Kerngebiete bedürfen besonderer Rechtfertigung. Wir wollen prüfen, inwieweit vorhandene staatliche Einrichtungen durch private oder andere Organisationsformen ersetzt werden können. Die gewaltige

demografische Problemlage, die uns in Deutschland bevorsteht, wird uns zu einem veränderten Staatsverständnis zwingen. Grundlage unserer politischen Überzeugungen ist ein differenziertes Menschenbild, das sich der Freiheitschancen, aber auch der Gefährdungen des Menschen stets bewusst.

 

Eine Anhäufung von Binsenweisheiten  und Forderungen,  was für ein Parteiprogramm ja nicht so unüblich ist. Das Vokabular ist dabei sehr interessant und für Sprachwissenschaftler_innen bestimmt eine Analyse wert.  Ich beschränke mich jedoch darauf, meine Fragen und Gedankengänge beim Lesen dieses Punktes  niederzuschreiben.

Zunächst wäre es sehr interessant zu wissen, was hier mit  dem Adjektiv „schlank“ ausgedrückt werden soll.  Weniger Beamte, d.h. ein kleinerer Staatsapparat, oder weniger Dienstleistungen seitens des Staates? Denn bei einem Staat handelt es sich laut Duden um die „Gesamtheit der Institutionen, deren Zusammenwirken das dauerhafte und  geordnete Zusammenleben der in einem bestimmten Territorium lebenden Menschen gewährleisten soll“. Wenn es um einen Abbau an Bürokratie geht, sind viele von uns einverstanden – inklusive meiner Wenigkeit. Aber die AfD sollte präzisieren, welche Institutionen sie „abbauen“ möchte.  Aber wenigstens will sie prüfen „inwieweit vorhandene staatliche Einrichtungen durch private oder andere Organisationsformen ersetzt werden können“. Nun ja, was die Privatisierung unseres Transportwesens und der Wasserversorgung angeht, können wir feststellen, dass uns diese weder einen besseren Service (durch Wettkampf) noch bessere und humanere Preise beschert hat.

 Die ständige, vielfach ideologiegetriebene Expansion der Staatsaufgaben stößt an finanzielle und faktische Grenzen.Sie bedroht inzwischen den Kerngehalt der elementaren Freiheitsrechte der Bürger. Der Staat hat sich verzettelt. Esbedarf neuer Konzentration auf die vier klassischen Gebiete: Innere und äußere Sicherheit, Justiz, Auswärtige Beziehungen und Finanzverwaltung.

Von einer ideologiegetriebenen Politik spricht man meist nur in Bezug auf totalitäre Regime, bei denen die Machthaber versuchen, den Staat auf die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Ansichten auszurichten und das Maximum für sich selbst „rauszuholen“. In Bezug auf eine Demokratie, in der nicht nur eine Partei die Organisation des Staates mitbestimmt, verwundert der Ausdruck „ideologiebetriebene Expansion der Staatsaufgaben“ jedoch.  Es wäre auch interessant, von welchen Staatsaufgaben hier die Rede ist, beziehen sich nun mal einige Staatsaufgaben auf das Wohlergehen der Staatsbürger_innen.

Beim Lesen frage ich mich ständig „Was ist gemeint mit…..?“. Was ist der Kerngehalt der elementaren Freiheitsrechte der Bürger? Was versteht die AfD unter den elementaren Freiheitsrechten? Was sind überhaupt Freiheitsrechte? Insbesondere der Freiheitsbegriff weist zahlreiche Aspekte und Interpretationen auf. Debatten über Freiheit verlaufen häufig ins Leere, weil niemand zu Beginn der Debatte den Begriff überhaupt definiert und die teilnehmenden Personen aus diesem Grund völlig aneinander vorbeireden.

Anhand der im Zitat angeführten „vier klassische[n] Gebiete“ lässt sich jedenfalls feststellen, dass der Sozialstaat für die AfD kein besonderes Anliegen ist, denn:

Aufgaben jenseits dieser vier Kerngebiete bedürfen besonderer Rechtfertigung.

Und wer weiß, welche Rechtfertigung die AfD gelten lässt.

Veröffentlicht unter Alltagsreflexionen, Gesellschaft | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

Im Konsens liegt die Kraft, aber kein Konsens ohne offenes und ehrliches Gespräch

Oh je, schon wieder ist fast ein Monat seit meinem letzten Blogeintrag vergangen und da ich in letzter Zeit auch selten dazu komme, andere Blogs zu lesen, bin ich erst heute Morgen auf einen interessanten Artikel von Fiammetta aus dem Monat Juni gestoßen. In diesem gibt sie Antworten auf die Frage, was tun, wenn der_die Partner_in asexuell ist. Erster Punkt, den sie hierbei anspricht – und den ich voll und ganz unterstreichen würde, ist jener des gegenseitigen Respekts. Dies bedeutet für die allosexuelle Person, dass sie die sexuelle Orientierung des_r Partner_in nicht hinterfragt, sondern akzeptiert. Das heißt konkret: Keine Fragen nach dem Hormonhaushalt, nach erlebten Traumata – keine Ursachenforschung kurz gesagt! Andererseits muss aber auch die asexuelle Person akzeptieren, dass der_die Andere eben nicht asexuell ist. Manche allosexuelle Menschen kommen gut damit klar, wenig Sex mit dem_r Partner_in zu haben, wie in dem Falle des Paares im unten aufgeführten Video. Bei vielen ist dies jedoch nicht der Fall und das muss auch akzeptiert werden. Konsens ist dabei jedoch das non plus ultra einer funktionierenden Beziehung. Dies gilt nicht nur für gemischte, asexuell-allosexuelle Beziehungen. Im Falle von letzteren gilt es jedoch erst einmal zu schauen, ob und wie Nähe auf eine für beide Personen befriedigende und angenehme Weise ausgedrückt werden kann. Reaktionen auf körperliche Nähe, Sex und Zärtlichkeit variieren stark im asexuellen Spektrum und daher ist die Konsensfindung in solch „gemischten“ Partnerschaften auch stets mehr oder weniger schwierig.

Ein Gedanke kommt bei mir allerdings immer auf, wenn ich das Wort Sex höre oder lese, insbesondere in Artikeln über „gemischte“ Beziehungen. Was ist mit Sex überhaupt gemeint? Wo fängt Sex an und wo hört er auf? Betrachte ich all die medialen Erzeugnisse, die ich in den vergangenen Jahren konsumiert habe, hinsichtlich ihrer Darstellung von Sexualität, so fällt mir auf, dass die Penetration hier deutlich dominiert und mein Verständnis und meine Vorstellung von sexueller Interaktion auch lange geprägt hat. Diese Form von Sex bereitet mir nach wie vor großes Unbehagen und ich lehne sie für mich persönlich ab. Es gibt neben dem penetrativen Sex aber noch sehr viele andere Formen, sexuell zu interagieren. Besteht der_die allosexuelle Partner_in also auf Sex in der Beziehung, so kann erst einmal geschaut werden, was für die jeweilige Person unvorstellbar ist (auch allosexuelle Menschen habe ihre Grenzen)  und wo beide einen gemeinsamen Nenner finden können. Dies setzt natürlich voraus, dass die asexuelle Person kein Problem mit körperlicher Nähe an sich hat. Dies ist vielleicht ein erheblicher Kommunikationsaufwand, aber unabdingbar für einen guten, glücklichen Fortbestand der Beziehung.

Problem: In unserer Gesellschaft wird viel über Sex gesprochen, meistens jedoch auf eine sehr oberflächliche Art und Weise. Es wird zu viel für selbstverständlich gehalten , was zur Folge hat, dass über Erwartungshaltungen und sexuelle Wünsche auch unter allosexuellen Paaren nicht wirklich gesprochen wird.

Lange Rede, kurzer Sinn:

Ein offenes Gespräch über Wünsche, Erwartungen und Formen der sexuellen Interaktion sind ratsam für alle Paare, ganz besonders aber für asexuell-allosexuelle Paare.

Wenn mensch in diesem Sinne nicht auf einen Nenner kommt, kann noch über alternative Beziehungsmodelle gesprochen werden.

In dem folgenden Video erzählt ein asexuell-allosexuelles Paar von ihrer Konsensfindung und Beziehung:

 

Veröffentlicht unter Alltagsreflexionen, Asexualität/Queeres | Verschlagwortet mit , | 3 Kommentare

Vortrag in Münster am 05.07.2016

Liebe Lesende,

auf Einladung des Lesbenreferates der Uni Münster werde ich noch mal einen Vortrag zum Thema A_sexualität und die Probleme ihrer Sichtbarmachung im Schloss der Uni Münster halten. Wer also Lust und Zeit hat, ist herzlich eingeladen.

Inhalte dieses Vortrages werden folgende sein:

  • A_sexualität und ihre vielen Formen
  • Der Unterschied zwischen romantischer und sexueller Orientierung
  • Die (junge) Geschichte der A_sexualität als sexueller Orientierung
  • A_sexualität in den Medien
  • Die Problematik einer allumfassenden, korrekten Medienberichterstattung

Der Vortrag richtet sich demzufolge sowohl an Leute, die noch kaum etwas von A_sexualität gehört haben als auch an jene, die schon Vorwissen haben. Letztere sind herzlich eingeladen mit ihrem Wissen beizutragen (was natürlich kein Muss ist).

Wo?: S9, Schlossplatz 2, Münster

Wann?: 05.07.2016, 19:00

Ich freu mich auf euch!

Veröffentlicht unter Asexualität/Queeres | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Umfrage über sexuelle Vielfalt im Biologieunterricht

In NRW sozialisierte Menschen aufgepasst:

Die Umfrage „Sexuelle Vielfalt im Biologieunterricht“ einer Lehramtsstudentin des Fachs Biologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hat zum Ziel, Handlungsempfehlungen an Lehrkräfte bezüglich der Behandlung der Themen „Gender“ und „sexuelle Orientierung“ im Unterricht zu geben. Sie richtet sich an all jene, die in Geschlecht und sexueller/romantischer Orientierung nicht heteronormativ sind.

Die Umfrage ist anonym und dient allein wissenschaftlichen Forschungszwecken.

Sie richtet sich allerdings nur an Leute, die in NRW zur Schule gegangen sind!!

Veröffentlicht unter Asexualität/Queeres | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Linkspam 8

SICHTBXR (ein toller neuer und deutschsprachiger Blog zum Thema A_sexualität) stellt sich die Frage, wie mensch etwas erklärt, was nicht da ist und versucht es mit dem Beispiel des Austernessens. Generell kann ich die Beiträge auf diesem Blog nur empfehlen. Schöner Schreibstil und interessante, lustige Vergleiche 🙂 Insbesondere der Artikel über die Absurdität vieler Geschichten aus Lehrbüchern zeugt von einem spritzigen Humor!

Dank Fiammetta bin ich nun auf einen französischsprachigen Blog über A_sexualität gestoßen, den ich mir in den nächsten Tagen mal genauer zu Gemüte führen werde.

Lange hat er sich gesträubt, nun hat er einen E-Book-Reader: Yannic zieht auf seinem Blog eine Bilanz.

 

 

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Nachwort zum Vortrag in Hannover

Hallo alle zusammen,

über meinen Vortrag im Andersraum Hannover habe ich auf der Seite von AktivistA bereits ein wenig berichtet. Ich bin immer noch ganz euphorisch angesichts des sehr interessierten und intelligenten Publikums, welches auch mir so einige Denkanstöße verpassen konnte 🙂 Zudem konnte ich Vertreter_innen des a_sexuellen Stammtisches in Bielefeld und Hannover treffen und darüber staunen, wie aktiv beide sind. Letztendlich wurde bis halb elf noch informell weiterdiskutiert und ich kann auf einen erkenntnisreichen Abend zurückblicken.

Vielen Dank an alle Teilnehmer_innen und an das Team vom Andersraum Hannover!!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Vortrag und Diskussion zu A_sexualität und Normativitätskritik

Am 23.05 wird im Rahmen der IDAHoBIT* Jena ein interessanter Vortrag  gehalten, dessen Beschreibung sich auf FB so gut anhört, dass ich ihn durch meine eigenen Worte nur verhunzen kann. Lasst euch also von dieser spannenden Inhaltsangabe verführen und begebt euch an besagtem Tag in das Internationale Centrum „Haus auf der Mauer“, Jena:

Asexy: Asexualität und Normativitätskritik (Vortrag + Diskussion)

Im Zuge der zweiten Frauenbewegung experimentierten einige feministische Theoretikerinnen mit dem Konzept einer a-sexuellen Lebensweise, verstanden als Befreiung von Frauen aus einer männlich konnotierten und patriarchalische Strukturen verfestigenden Sexualität. Diese „politische Asexualität“ geriet jedoch gegenüber dem sex-positiven, queeren Feminismus in den Hintergrund; zeitgleich wurde mit der Einführung der Diagnose der “inhibited sexual desire disorder” im DSM-III 1980 (seit 1994: Hyposexual Sexual Desire Disorder (HSDD)) nicht existierendes sexuelles Begehren pathologisiert. Erst in den 1990er Jahren, und insbesondere seit der Gründung des Asexuality Visibility and Education Network (AVEN) im Jahr 2001 wurde Asexualität, nun in entpolitisierter Form und als sexuelle Orientierung, erneut sichtbar. Während in Reportagen und darunter stehenden Leser_innenkommentaren in „Mainstream-“, aber auch queerfeministischen Medien das „Phänomen Asexualität“ wahlweise gerne als eigentlich witzloses Kuriosum, als latent doch-vielleicht-irgendwie repressiv oder krankhaft oder als gerechter Kampf gegen eine angeblich über-sexualisierte Gesellschaft belächelt, verdammt, gefeiert und meist mehr oder weniger ignoriert wird, kämpfen viele Asexuelle um die Anerkennung von Asexualität als angeborene sexuelle Orientierung, analog zu Homo-, Bi-, Heterosexualität usw. In der Vielschichtigkeit der hier aufeinanderprallenden Diskurse wird eine Vielzahl verschiedener Normvorstellungen rund um Sexualität, zwischenmenschlicher Anziehung und Beziehungen produziert. Aus einer normativitätskritischen Perspektive werden in diesem Vortrag die zugrundeliegenden Diskurse aufgezeigt und kritisch hinterfragt. Neben der Darstellung, was Asexualität nun eigentlich ist – und was nicht – soll es darum auch immer um mögliche Perspektiven für Normativitätskritik und queere Politiken gehen. Insbesondere letzteres soll im Rahmen einer Diskussion erörtert werden.

Vortrag und Diskussion von und mit Julia Maria Zimmermann (Universität Luxemburg, Gender Studies; Aktivist_in)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Vortrag am 02.05.2016 in Hannover

Liebe Leute,

wer mehr ueber A_sexualitaet, die Diversitaet des a_sexuellen Spektrums sowie die Problematik einer allumfassenden Medienberichterstattung diesbezueglich erfahren – oder mitdiskutieren – moechte, der sei herzlich zu meinem Vortrag im Andersraum Hannover am Montag, den 02.05.2016 eingeladen.

Bis hoffentlich bald 😉

Veröffentlicht unter Asexualität/Queeres | Verschlagwortet mit , , | 8 Kommentare

Frau TV bringt Beitrag über A_sexualität

Trotz der Interviewmüdigkeit, die momentan im AktivstA-Team herrscht, stand Carmilla de Winter der WDR-Sendung FrauTV Rede und Antwort und das Ergebnis lässt sich sehen! Ruhig und gelassen, wortgewandt wie immer – und das trotz der Strapazen, die dieser Dreh ihrzufolge beschert hat, bringt sie in diesem kurzen Beitrag vieles kurz und knackig auf den Punkt.

Film ab!

Veröffentlicht unter Asexualität/Queeres | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen